Berlin, im September 2009
Im Jahr 2008 hatten rd. 2.800 Schüler auf dem Weg zur Schule einen Unfall. Das sind durchschnittlich zwölf Schüler pro Tag. Diese Unfälle sind häufig mit schweren Verletzungen der Kinder verbunden. Zwei von drei Renten, die an Kinder gezahlt werden, wurden aufgrund bleibender Schäden nach einem Verkehrsunfall bewilligt.
Sehr gefährlich für die Kinder ist der tote Winkel bei LKW. Hier kommt es immer wieder zu schweren Unfällen, weil die Kinder im toten Winkel von den LKW-Fahrern nicht gesehen werden. Sorge bereitet Wolfgang Atzler, Geschäftsführer der Unfallkasse Berlin, auch der Zeitdruck, unter dem viele Kinder morgens stehen: „Wenn Kinder verspätet von Zuhause loskommen und um jeden Preis den Bus oder die Straßenbahn erreichen wollen, achten sie nicht mehr auf den Verkehr“. Der Unfallkasse werden in jedem Jahr Unfälle gemeldet, bei denen Zeitdruck zu Unfällen führt. „Eltern sollten dafür sorgen, dass ihr Kind rechtzeitig das Haus verlässt, um ohne Hektik in der Schule pünktlich anzukommen“, so sein Appell.
Nächste Woche wird für rd. 28.000 Jungen und Mädchen die Schulzeit beginnen. In den ersten Tagen und Wochen werden die Schuleinsteiger meist noch von den Eltern begleitet. Bald müssen sie jedoch den Schulweg allein zurücklegen. Und der ist für die Kleinen oft nicht ungefährlich. Im Jahr 2008 hatten rd. 800 Grundschüler auf dem Schulweg einen Unfall. Das sind durchschnittlich vier Grundschüler pro Tag.
Aus der Sicht der Unfallkasse können Eltern sehr viel zur Sicherheit ihrer Kinder im Straßenverkehr beitragen. Sie sollten schon früh und gemeinsam mit ihren Kindern die Wohngegend erkunden und dabei sicherheitsgerechtes Verkehrsverhalten vorleben. „Wenn Eltern ihre Kinder begleiten, können sie auf den Wegen zum Spielplatz, zur Kita und zur Schule den Kindern viel beibringen. Sei es durch schlichtes Vorleben oder aber auch durch einfache Erklärungen“, so Wolfgang Atzler weiter. Ein solches praktisches Training, täglich durchgeführt, bereitet sehr gut auf die vielfältigen Anforderungen des Straßenverkehrs vor. So lernen die Kinder, die Gefahren des Straßenverkehrs einzu-schätzen und kommen noch außerdem morgens frischer und konzentrationsfähiger in die Schule.
Leider versuchen viele Eltern, ihre Kinder vor den Gefahren des Verkehrs zu schützen, indem sie diese mit dem „Elterntaxi“ zur Schule und zu anderen Aktivitäten bringen. Das ist aber keine Hilfe für die Kinder, denn sie lernen nicht mehr, sich im Straßenverkehr sicher zu bewegen“, erklärt Wolfgang Atzler. Die Unfallkasse Berlin verteilt das Faltblatt „ Zu Fuß zur Schule und in die Kita“. Es ist im Internet unter www.unfallkasse-berlin.de abrufbar oder kann unter der Telefonnummer 7624 – 0 bestellt werden.
Weitere Informationen unter: www.unfallkasse-berlin.de