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Änderungen der Richtlinien für die Erste Hilfe/ Wiederbelebung – Nationaler Reanimationskonsens

Am 31.Mai 2006 tagte der Deutsche Beirat für Erste Hilfe und Wiederbelebung bei der Bundesärztekammer in Berlin.
Dieses Gremium fasste alle wesentlichen Änderungen zur Wiederbelebung im Erwachsenen- und Kindesalter in den “Eckpunkten der Bundesärztekammer für die Reanimation 2006“ basierend auf den ERC-Leitlinien (European Resuscitation Council) für die Wiederbelebung 2005 zusammen. Erklärtes Ziel der Reanimationseckpunkte ist es, das Vorgehen im Erwachsenen- und Kindesalter so weit wie möglich zu vereinheitlichen und zu vereinfachen, um den Erfolg von Reanimationsmaßnahmen zu erhöhen. Des Weiteren besteht darüber Einigkeit, dass die ERC-Leitlinien 2005 die Basis der deutschen Reanimationsempfehlungen darstellen. Was ist neu?

(Auszug aus den “Eckpunkten der Bundesärztekammer für die Reanimation 2006“)

Reanimation bei Erwachsenen

Lebensrettenden Basismaßnahmen:

  • Die Entscheidung zum START DER REANIMATION fällt, sobald ein Patient nicht ansprechbar ist und nicht normal atmet.
  • Das umständliche AUFSUCHEN DES DRUCKPUNKTES zur Durchführung der Herzdruckmassage wird zugunsten eines Druckpunktes in der Mitte des Brustkorbes aufgegeben.
  • Jede Notfall-Beatmung dauert 1 SEKUNDE. 
  • Das neue VERHÄLTNIS VON HERZDRUCKMASSAGE ZU BEATMUNGEN beträgt 30:2.

Die bisher gelehrten 2 INITIALBEATMUNGEN ENTFALLEN. Sofort nach Eintreten des Kreislaufstillstandes wird mit 30 Herzdruckmassagen begonnen.

Automatisierten Defibrillation:

  • Defibrillation mit öffentlich zugänglichen automatisierten externen Defibrillatoren (AED) wird dort empfohlen, wo der AED vermutlich mindestens einmal in zwei Jahren bei einem Kreislaufstillstand zur Anwendung kommt.
  • Am AED ausgebildete Ersthelfer führen bis zum Einsatz des AED Basismaßnahmen durch.
  • Ein einzelner Defibrillationsschock - geräteabhängig mindestens 150 J biphasisch oder 360 J monophasisch - wird ausgelöst. Sofort danach werden für 2 Minuten die Maßnahmen der Basisreanimation durchgeführt, ohne dass die Beendigung des Kammerflimmerns, Lebenszeichen oder der Puls überprüft werden.

Professionelle Erste Hilfe (z.B. Ärzte, Rettungssanitäter):

Erweiterte Erwachsenenreanimation (Adult Advanced Life Support):

  • CPR vor der Defibrillation
  • Strategie der Defibrillation
  • Feines Kammerflimmern
  • Adrenalin (Epinephrin)
  • Antiarrhythmika
  • Thrombolytische Therapie beim Kreislaufstillstand
  • Post Resuscitation Care - Therapeutische Hypothermie


Reanimation im Kindesalter:

Das Kindesalter lässt sich unterscheiden in: Kinder, Säuglinge und Neugeborene.
Der Helfer soll sich dabei auf seine Alterseinschätzung verlassen. Bis auf wenige Ausnahmen sind die Reanimationsmaßnahmen mit denen bei Erwachsenen identisch.

Lebensrettenden Basismaßnahmen bei Kindern:

  • Für Laienhelfer oder einen professioneller Helfer gilt bei einem kindlichen Kreislaufstillstand ebenfalls das neue VERHÄLTNIS VON HERZDRUCKMASSAGE ZU BEATMUNGEN von 30:2. Hier soll jedoch mit 5 INITIALBEATMUNGEN begonnen werden.
  • Bei einem Säugling (< als 1 Jahr) bleibt die Technik der Thoraxkompression wie bisher. Bei Kindern, die älter als ein Jahr sind, wird nach Bedarf die Ein- oder Zwei-Hände-Technik verwendet.
  • AED können BEI KINDERN, die älter als ein Jahr sind, verwendet werden.
  • Neu ist beim BEWUSSTLOSEN KIND NACH ASPIRATION(*) eines Fremdkörpers der VERSUCH VON 5 BEATMUNGEN. Wenn diese erfolglos sind, wird mit Thoraxkompressionen ohne Überprüfung des Kreislaufs begonnen.

    (*) Eindringen flüssiger oder fester Stoffe in die Atemwege

Professionelle Erste Hilfe im Kindesalter:

Zwei oder mehr professionelle Helfer verwenden bei einem Kind das 15:2 Verhältnis.

  • Erweiterte Reanimation im Kindesalter (Paediatrict Advanced Life Support)
  • Asystolie, Pulslose Elektrische Aktivität (PEA)
  • Strategie der Defibrillation
  • Temperaturkontrolle
  • Reanimation des Neugeborenen

Eckpunkte der Bundesärztekammer für die Reanimation 2006:
www.bundesaerztekammer.de

Veröffentlichungen des Bundesgeschäftsstelle Arbeitskreis Ärztlicher Leiter Rettungsdienst:
Original ERC-Leitlinien für die Wiederbelebung 2005
www.bgs-aelrd.de

Deutsche Übersetzung ERC-Leitlinien für die Wiederbelebung 2005
www.bgs-aelrd.de