Medizinische Rehabilitation

Solange die Folgen eines Arbeitsunfalls, Wegeunfalls oder einer Berufskrankheit bestehen, trägt die Unfallkasse im Rahmen ihrer Leistungspflicht die Kosten der gesamten medizinischen Rehabilitation von der Erstversorgung bis hin zum vollständigen Abschluss des Heilverfahrens, gegebenenfalls ein Leben lang.

Erstversorgung

Die Erstversorgung ist die Versorgung Unfallverletzter durch qualifiziertes und entsprechend geschultes Personal, z. B. Rettungsdienst oder geeignete Gesundheitseinrichtungen. Diese notfallmedizinische Versorgung ist der erste Schritt der Leistungen zur Rehabilitation, welche die Unfallkasse mit allen geeigneten Mitteln zu erbringen hat. Unmittelbar nach dem Unfall muss unbedingt ein Durchgangsarzt (D-Arzt) aufgesucht werden. Adressen der Durchgangsärzte hängen die Arbeitgeber aus.

Ambulante ärztliche/zahnärztliche und stationäre Behandlung

Die ärztliche und zahnärztliche Behandlung einschließlich der Versorgung mit Zahnersatz wird von Ärzten oder Zahnärzten ambulant oder stationär erbracht. Sind Hilfeleistungen anderer Personen erforderlich, dürfen sie nur erbracht werden, wenn sie von einem berufsgenossenschaftlich zugelassenen Arzt oder Zahnarzt angeordnet und von ihm verantwortet werden. Solange die durch den Versicherungsfall herbeigeführte Gesundheitsschädigung ärztliche Hilfe erfordert, gewährt die Unfallkasse die Behandlung ohne zeitliche und finanzielle Begrenzung. Die stationäre Behandlung wird in von den Unfallversicherungsträgern zugelassenen Krankenhäusern durchgeführt.

Häusliche Krankenpflege

Solange Versicherte infolge des Versicherungsfalls so hilflos sind, dass sie für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens in erheblichem Umfang der Hilfe bedürfen, erhalten sie in ihrem Haushalt oder ihrer Familie neben der ärztlichen Behandlung häusliche Krankenpflege durch geeignete Pflegekräfte. Bedingung dabei ist, dass eine Krankenhausbehandlung geboten, aber nicht ausführbar ist oder sie durch die häusliche Krankenpflege vermieden oder verkürzt werden kann und das Ziel der Heilbehandlung nicht gefährdet wird.

Arznei- und Verbandmittel

Arznei- und Verbandmittel sind alle ärztlich verordneten, zur ärztlichen und zahnärztlichen Behandlung erforderlichen Mittel. Ist das Ziel der Heilbehandlung mit Arznei- und Verbandmitteln zu erreichen, für die Festbeträge im Sinne des Krankenkassenrechtes festgesetzt sind, trägt die Unfallkasse die Kosten bis zur Höhe dieser Beträge. Verordnet der Arzt in diesen Fällen ein Arznei- oder Verbandmittel, dessen Preis den Festbetrag überschreitet, hat der Arzt die Versicherten auf die Übernahme der Mehrkosten hinzuweisen, die sich aus seiner Verordnung ergeben.

Heilmittel

Heilmittel sind alle von berufsgenossenschaftlich zugelassenen Ärzten verordneten Dienstleistungen, die einem Heilzweck dienen oder einen Heilerfolg sichern und nur von entsprechend ausgebildeten Personen erbracht werden dürfen. Hierzu gehören Maßnahmen der physikalischen Therapie sowie der Sprach- und Beschäftigungstherapie.

Hilfsmittel

Hilfsmittel sind alle von berufsgenossenschaftlich zugelassenen Ärzten verordneten Sachen, die den Erfolg der Heilbehandlung sichern oder die Folgen von Gesundheitsschäden mildern oder ausgleichen. Dazu gehören z. B. Körperersatzstücke, orthopädische und andere Hilfsmittel einschließlich der notwendigen Änderung, Instandsetzung und Ersatzbeschaffung sowie die Ausbildung im Gebrauch der Hilfsmittel. Ist das Ziel der Heilbehandlung mit Hilfsmitteln zu erreichen, für die Festbeträge im Sinne des Krankenkassenrechts festgesetzt sind, trägt die Unfallkasse die Kosten bis zur Höhe dieser Beträge. Verordnet der Arzt in diesen Fällen ein Hilfsmittel, dessen Preis den Festbetrag überschreitet, hat der Arzt die Versicherten auf die Übernahme der Mehrkosten hinzuweisen, die sich aus seiner Verordnung ergeben. Brillen werden nach dem Unfall einmalig in voller Höhe ersetzt, wenn die Sehstörung bereits vor dem Unfall bestanden hat.

Haushaltshilfe

Die Kosten für eine Haushaltshilfe werden von der Unfallkasse getragen, wenn Versicherte wegen der medizinischen, berufsfördernden oder sonstigen Leistungen außerhalb des eigenen Haushalts untergebracht sind und ihnen deshalb die Weiterführung des Haushalts nicht möglich ist. Weitere Voraussetzungen für die Gewährung der Haushaltshilfe ist, dass eine andere im Haushalt lebende Person den Haushalt nicht weiterführen kann und im Haushalt ein Kind lebt, das bei Beginn der Haushaltshilfe das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet hat oder behindert und auf Hilfe angewiesen ist. Haushaltshilfe kann unter bestimmten Umständen auch bei ambulanter Heilbehandlung erbracht werden, wenn der Haushalt wegen Art und Schwere des Gesundheitsschadens vom Versicherten oder von einer anderen im Haushalt lebenden Person nicht weitergeführt werden kann.

Reisekosten

Die Unfallkasse übernimmt die zur Durchführung der Heilbehandlung oder schulisch-beruflichen Rehabilitation erforderlichen Reisekosten. Hierzu gehören die notwendigen Fahrt- und Transportkosten, Verpflegungs- und Übernachtungskosten, Kosten des Gepäcktransports sowie eine Entfernungspauschale. Dies gilt auch für eine Begleitperson, die wegen des Gesundheitsschadens des Versicherten erforderlich ist.