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00:00:00.497 --> 00:00:06.128
Die Unfallkasse Berlin und der KAV Berlin erklären das Betriebliche Eingliederungsmanagement – kurz BEM –

00:00:06.402 --> 00:00:10.050
und warum das BEM-Verfahren sich für Arbeitgeber wie Arbeitnehmer lohnt.

00:00:10.909 --> 00:00:15.318
Das ist Julia. Julia ist Personalchefin einer öffentlichen Einrichtung in Berlin.

00:00:15.924 --> 00:00:20.460
Hier arbeitet auch Frank, ein erfahrener und qualifizierter Sachbearbeiter in der Kundenbetreuung.

00:00:20.853 --> 00:00:23.800
Leider hat es bei Frank vor zwei Monaten auf dem Arbeitsweg gekracht. 

00:00:24.420 --> 00:00:26.370
Seitdem kann er eine Hand nicht mehr bewegen.

00:00:26.751 --> 00:00:30.500
Frank fehlt dem Team sehr. Er ist schon länger als sechs Wochen arbeitsunfähig.

00:00:31.140 --> 00:00:34.308
Julia will alles tun, um ihn schnell wieder in den Betrieb zurückzuholen.

00:00:34.833 --> 00:00:40.850
Julia kennt die Vorteile eines gelungenen BEM-Verfahrens und nutzt es, um zu klären, wie Frank wieder arbeitsfähig werden kann –

00:00:41.265 --> 00:00:46.096
möglichst in seinem bisherigen Job und ohne die Gefahr, dass er durch die Belastung wieder arbeitsunfähig wird.

00:00:46.650 --> 00:00:52.316
Julia weiß aber auch, dass es verunsichern kann, wenn man während einer Krankheit zum BEM-Gespräch im Betrieb geladen wird.

00:00:53.060 --> 00:00:54.977
Daher wählt sie den persönlicheren Weg.

00:00:55.300 --> 00:01:01.428
Am Telefon erklärt sie Frank sein Recht auf ein BEM und kündigt eine schriftliche Einladung zu einem freiwilligen BEM-Gespräch an. 

00:01:02.500 --> 00:01:05.908
Frank hatte tatsächlich Angst, seinen Arbeitsplatz wegen der steifen Hand zu verlieren.

00:01:06.280 --> 00:01:11.000
Er hat Bedenken, ob das BEM Nachteile hat und zögert. Aber er nimmt die Einladung an.

00:01:12.150 --> 00:01:15.300
Frank möchte, dass ein Mitglied des Personalrates dabei ist.

00:01:15.540 --> 00:01:22.940
Da er einen Arbeitsunfall hatte, ist auch eine Reha-Managerin der zuständigen gesetzlichen Unfallversicherung – hier der Unfallkasse Berlin dabei.

00:01:23.250 --> 00:01:24.688
Julia moderiert das Gespräch.

00:01:25.310 --> 00:01:31.700
Wichtig für Frank: Diagnose und Krankengeschichte werden nur dann offengelegt oder in seiner BEM-Akte vermerkt, wenn er zustimmt.

00:01:32.142 --> 00:01:37.995
Außerdem wird geklärt, welche persönlichen Daten über Frank erhoben und gespeichert werden und von wem diese einsehbar sind.

00:01:39.635 --> 00:01:43.913
Frank berichtet, dass er wegen seiner Handverletzung nur noch mit der anderen Hand am Rechner tippen kann.

00:01:44.241 --> 00:01:45.590
Das reicht nicht für Briefe und Mails.

00:01:46.300 --> 00:01:51.374
Gemeinsam wird überlegt. Ein Sprachprogramm! Frank könnte alle Texte einsprechen.

00:01:51.800 --> 00:01:56.759
Weil es ein Arbeitsunfall war, würde die Software die Unfallkasse bezahlen, versichert die Reha-Managerin.

00:01:57.090 --> 00:02:02.950
Und gibt es nicht ohnehin so viele telefonische Anfragen? Die könnte doch auch Frank für die Teamkollegen beantworten.

00:02:03.090 --> 00:02:11.115
Die Ideen müssen geprüft werden. Julia überarbeitet die Gefährdungsbeurteilung des Arbeitsplatzes und erstellt ein gesundheitliches Anforderungsprofil.

00:02:11.488 --> 00:02:15.474
Mit Franks Teamleiterin werden seine veränderten Arbeitsprozesse neu definiert.

00:02:15.895 --> 00:02:22.325
Ein zweiter BEM-Termin wird vereinbart und eine Frist, während der sich alle Seiten Gedanken machen können, ob die Maßnahmen sinnvoll sind.

00:02:22.875 --> 00:02:25.611
Nach Ablauf der vereinbarten Frist sind sich alle einig:

00:02:25.880 --> 00:02:26.745
Es kann losgehen.

00:02:27.150 --> 00:02:33.460
Frank macht sich an die neuen Aufgaben in seinem alten Team, telefoniert nun mehr und verfasst Mails mit Hilfe des Sprachprogramms.

00:02:33.700 --> 00:02:36.767
Das BEM-Team steht ihm während des ganzen Prozesses zur Verfügung –

00:02:37.250 --> 00:02:42.150
als Frank zum Beispiel feststellt, dass das Headset nicht gut passt, wird gemeinsam ein anderes ausgesucht.

00:02:42.910 --> 00:02:48.515
Später treffen sich Julia und Frank zu einem Abschlussgespräch und diskutieren, ob die BEM-Maßnahmen erfolgreich waren.

00:02:48.910 --> 00:02:51.250
Wurde alles richtig gemacht? Geht es Frank nun gut?

00:02:51.922 --> 00:02:56.140
Ja – Frank fühlt sich wieder wohl bei der Arbeit und ist motiviert und produktiv bei der Sache.

00:02:56.450 --> 00:03:04.653
Auch Julia ist zufrieden: Das BEM konnte einen qualifizierten Beschäftigten an den Betrieb binden und den Krankenstand sowie die damit verbundenen Kosten verringern.

00:03:04.940 --> 00:03:13.015
Und ganz nebenbei festigt das BEM das Image als fairer und fürsorglicher Arbeitgeber. Ein Unternehmen, mit dem sich die Angestellten gerne identifizieren.

00:03:13.780 --> 00:03:18.300
Betriebliches Eingliederungsmanagement lohnt sich – für Arbeitnehmer und Arbeitgeber.

00:03:18.700 --> 00:03:23.586
Lernen Sie erfolgreiche Praxisbeispiele von Kollegen über das BEM-Netzwerk des KAV Berlin kennen.

00:03:23.900 --> 00:03:28.065
Der KAV Berlin und sein Team beraten gerne rund um das BEM.