Elterntaxis hindern Kinder daran, Regeln im Straßenverkehr zu lernen


Viele Kinder werden täglich mit dem Auto zur Schule gefahren, weil Eltern es zu riskant finden, dass Kinder eigenständig am Straßenverkehr teilnehmen. Darauf macht die Unfallkasse Berlin anlässlich des weltweiten Aktionstages „Zu Fuß zur Schule“ am 22. September aufmerksam. Besser ist es, Kindern mehr Verantwortung für ihren Schulweg zu geben und sie zu Fuß zur Schule zu bringen.

Viele Kinder werden täglich von ihren Eltern mit dem Auto zur Schule gebracht. Grund: Eltern finden es zu riskant, dass Kinder eigenständig am Straßenverkehr teilnehmen. Und praktischerweise liegt die Schule auf dem Arbeitsweg der Eltern.

Aber: Was gut gemeint ist, lässt Kinder wichtige Lerninhalte verpassen. "Wenn Kinder mit dem Eltern-Taxi zur Schule kommen, lernen sie nicht, sich richtig im Straßenverkehr zu verhalten", sagt Wolfgang Atzler, Geschäftsführer der Unfallkasse Berlin.

Auf dieses Defizit macht seit vielen Jahren der weltweite "Zu Fuß zur Schule"-Tag aufmerksam. Er findet in diesem Jahr am 22. September statt und fordert Eltern und Betreuer dazu auf, Kindern mehr Verantwortung für ihren Schulweg zu geben. Zunächst in Begleitung Erwachsener, später in der Gruppe Gleichaltriger sind dann auch Grundschulkinder sicher unterwegs – zu Fuß oder, nach bestandener Radfahrprüfung in der 3. oder 4. Klasse, auch mit dem Rad.

Atzler ist überzeugt, dass "Kinder ihr Können und ihre Sicherheit am besten zu Fuß auf dem Schulweg trainieren". Außerdem trägt Bewegung an der frischen Luft zum geistigen Ausgleich bei und verbessert die Konzentration. Um ein Zeichen zu setzen, sollten auch Lehrer zu Fuß zur Schule kommen.

Allein im Jahr 2017 hatten rund 740 Grundschulkinder in Berlin einen Unfall auf dem Schulweg, berichtet die Unfallkasse Berlin, bei der die Kinder gesetzlich unfallversichert sind. Eine der Unfallursachen ist die fehlende Erfahrung der Kinder. 

Hintergrund:

Gesetzliche Unfallversicherung für Schüler in BerlinBerliner Schülerinnen und Schüler sind über die gesetzliche Schüler-Unfallversicherung bei der Unfallkasse Berlin gegen Unfälle geschützt. Eltern zahlen für diesen Unfallschutz keinen Cent. Die Kosten trägt das Land Berlin. Der Schutz über die Unfallkasse besteht im Unterricht und in den Pausen, auf Klassenfahrten und bei Schulfeiern. Verunglückt eine Schülerin oder ein Schüler, übernimmt die gesetzliche Schüler-Unfallversicherung die Kosten für die stationäre Behandlung, die Pflege Zuhause oder in Heimen sowie notwendige Rehabilitationsmaßnahmen. Bei bleibenden Schäden kann sogar eine Rente gezahlt werden.