Sicherheit und Gesundheit im und durch Schulsport – gemeinsame Aktion von KMK und DGUV


Die Kommission Sport der Kultusministerkonferenz (KMK) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung e. V. (DGUV) haben sich erstmalig auf eine konzertierte Aktion zum Schulsport verständigt. Diese trägt den Titel: "Sicherheit und Gesundheit im und durch Schulsport (SuGiS)". Ziel ist es, den Schulsport sicherer zu gestalten und die Gesundheitskompetenz von Schülern zu fördern.

 Die Schulsportinitiative SuGiS zielt auf eine bessere Sicherheit im Schulsport. Das Augenmerk liegt dabei auf den großen Mannschaftssportarten wie Fußball oder Handball. Zudem will die Initiative die Gesundheitskompetenz der Schülerinnen und Schüler durch den Sportunterricht fördern. Der Schulsport umfasst in allen Ländern den Sportunterricht und den außerunterrichtlichen Sport im Verantwortungsbereich der Schule. Seine Bedeutung steigt im Rahmen vermehrter Ganztagsangebote in den Schulen.

Die Schulsportinitiative beginnt mit dem Kalenderjahr 2019 und wird in mehreren Phasen auf der Bundes- und Landesebene umgesetzt. Insgesamt ist sie auf eine Laufzeit von zunächst 10 Jahren ausgelegt.

Die Schulsportinitiative nimmt die Themen der Präventionskampagne kommmitmensch der gesetzlichen Unfallversicherung auf. Ziel der Kampagne ist es, Sicherheit und Gesundheit als Werte für alle Menschen, Betriebe und Organisation sowie für die Gesellschaft zu thematisieren und diese Werte im Denken und Handeln zu verankern. Die erste Phase der Initiative (1/2019 bis 12/2021) ist auf die Handlungsfelder Führung und Kommunikation der Präventionskampagne ausgerichtet.

Eine erste Maßnahme der Initiative wird die Erstellung einer praxisnahen Informationsschrift für den Schwimmunterricht in der Primarstufe sein. Ein weiterer Baustein ist die Entwicklung eines Musterseminars zum gesundheitsförderlichen Handeln von Schulleitungen, das in den Ländern angeboten werden soll.

Die Vorsitzende der Kommission Sport der KMK und saarländische Staatssekretärin, Christine Streichert-Clivot, sagte: "Die Sicherheit und Gesundheit der Schülerinnen und Schüler im und durch den Sport in der Schule ist sehr wichtig. Wir müssen künftig noch mehr die Fortbildung aller für den Schulsport verantwortlichen Akteure im Blick haben und dabei auch die materiell-technischen Rahmenbedingungen mit betrachten."

Für die DGUV erklärte Dr. Stefan Hussy, Mitglied der Geschäftsführung der Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (BGHW): "Hinsichtlich der Ergebnisse der Schulsportinitiative wird im Sinne von Vision Zero ein signifikanter Rückgang sowohl der leichten als auch schweren Unfälle im Schulsport erwartet. Die Vision Zero ist die Vision einer Welt ohne Arbeitsunfälle und arbeitsbedingte Erkrankungen. Höchste Priorität hat dabei die Vermeidung tödlicher und schwerer Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten."

Aufgrund der seit Jahrzehnten hohen Unfallzahlen im Schulsport ist dieses Ziel aus rechtlichen, pädagogischen und politischen Gründen geboten. Das belegen auch folgenden Zahlen: Im Bereich des Schulsports ereignen sich rund 40 Prozent der jährlich registrierten 1,3 Mio. Schülerunfälle mit Verletzungsfolgen. Etwa jeder zweite Schulsportunfall ereignet sich bei den Ballsportarten und hier insbesondere beim Fußball. Auch bei den schweren Schülerunfällen, wo es zu einer Entschädigung in Form einer Rente kommt (Neue Schülerunfallrenten), liegen die großen Ballsportspiele mit ca. 41 Prozent als Unfallschwerpunkt vorn.

Angesichts des gesamtgesellschaftlich bedeutsamen Vorhabens sind sich alle Beteiligten darin einig, gemeinsam an einer guten Lösung zu arbeiten. Aus diesem Grund werden sowohl die Bildungsressorts der Länder, ebenso wie die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand von Anfang an eng zusammenarbeiten, um eine nachhaltige Präventionskultur im Schulsport zu schaffen.