Unfallgeschehen der Studierenden an Berliner Hochschulen

Hochschulen

Studierende der Berliner Universitäten sind bei der Unfallkasse Berlin gesetzlich unfallversichert. Die Unfallkasse hat auch die Aufgabe, durch gezielte Präventionsmaßnahmen das Unfallaufkommen zu reduzieren. Um gezielt handeln zu können, hat die Unfallkasse das Unfallgeschehen der Studierenden an den Berliner Universitäten genau analysiert.

Für die vertiefende Auswertung der Unfallschwerpunkte der Studierenden an den Berliner Universitäten wurden die Unfallereignisse aus dem Jahr 2004 untersucht. Von den rund 98.000 Studierenden der Freien Universität Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Humboldt Universität Berlin hatten rund 870 einen Unfall.

Unfallschwerpunkt Praktikum
Am häufigsten kam es während des Praktikums zu Unfällen der Studierenden. Hier ereigneten sich 54 Prozent aller ausgewerteten Unfälle. Die Studierenden verunfallten hier bei der Ausübung praktischer Tätigkeiten beispielsweise in Laboratorien, in Werkstätten, im Technikum, im Praktikumssaal während des Lehrbetriebes, bei der Herstellung von Architektur- oder Bühnenbildmodellen, bei Tätigkeiten der Medizinstudenten im OP und auf den Stationen im Klinikbereich. 

Die meisten Unfälle im Praktikum hatten die medizinischen Studiengängen in den Fachbereichen Human-, Zahn- und Veterinärmedizin. Dabei handelt es sich überwiegend um Stich-, Schnitt- und Rissverletzungen. Mit Abstand am häufigsten kommt es zu diesen Verletzungen im Bereich der Finger bei Blutabnahmen auf den Stationen.

An zweiter Stelle des Unfallaufkommens im Praktikum stehen die Unfälle in den Laborpraktika, gefolgt von den Unfällen bei Tätigkeiten im Technikum und in den Werkstätten.
Erstaunlich ist, dass auch hier der Unfallschwerpunkt bei den Stich-, Schnitt- und Rissverletzungen zu finden ist, hauptsächlich verursacht durch Glasbruch oder scharfkantige Werkstücke bzw. Werkzeuge.

Unfälle beim Hochschulsport
Der zweithäufigste Unfallbereich waren die Sportunfälle der Studierenden mit 33 Prozent. Fast die Hälfte aller Sportverletzungen werden durch die Ballsportarten Basketball, Volleyball, Fußball und Handball verursacht. Die häufigsten Verletzungen bei Ballspielunfällen im Hochschulsport sind Distorsionen im Fußgelenkbereich, aber auch Prellungen, Rupturen und Frakturen. Auffällig hoch ist der Anteil der Sportunfälle der Studierenden bei außergewöhnlichen Sportarten wie das Fechten, Ringen, Boxen, Reiten, Klettern, Eislaufen, Segeln und andere Wassersportarten.

Unfälle in der Vorlesung und im Seminar
An dritter Stelle standen die Unfälle während der Vorlesung bzw. während des Unterrichts mit immerhin noch elf Prozent. Meist verletzten sich die Studierenden durch das Umknicken auf Treppenstufen im Hörsaal, durch das Einklemmen der Finger in Türen, aber auch durch das Anstoßen an Türen und anderen Gegenständen.

Die Ergebnisse der vorliegenden statistischen Unfallanalyse der Studierenden an den drei Berliner Universitäten bilden die Grundlage für die Entwicklung zielgerichteter Präventionskonzepte und für die Bündelung der Präventionsaktivitäten im Hochschulbereich. Zur Zeit werden die Ergebnisse der detaillierten statistischen Erhebungen für die Vorbereitung und konzeptionelle Planung unseres Hochschulprojektes verwendet.