Theater und Veranstaltungsstätten

Empfehlungen zum Schutz von Beschäftigten in Veranstaltungsstätten und künstlerischen Hochschulen vor einer Infektion mit dem neuartigen Corona-Virus (SARS-CoV-2)

Da die Tätigkeiten an den Veranstaltungsstätten und künstlerischen Hochschulen wieder aufgenommen werden, muss die Gefährdungsbeurteilung für die künstlerischen und technischen Beschäftigten sowie für die Studierenden, Lehrkräfte und weiteren Beschäftigten an die neue Situation angepasst werden. Die Veranstaltungsstätten und die künstlerischen Hochschulen müssen überlegen – unterstützt durch die zuständigen Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit –, welche Maßnahmen die Ansteckungsgefahren durch Corona-Viren mindern. Auch der Personal- bzw. Betriebsrat und die Ensemblevertretung sollten einbezogen werden. Ein gutes Forum bilden hierfür die ASA-Sitzungen. Die Unfallkasse Berlin empfiehlt, auch die zuständigen Gesundheitsämter zu beteiligen.

Der Unternehmer hat die bestehende Gefährdungsbeurteilung und die festgelegten Maßnahmen des Arbeitsschutzes hinsichtlich eventuell zusätzlich erforderlicher Maßnahmen des betrieblichen Infektionsschutzes zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren. Die Ergebnisse sind schriftlich zu dokumentieren sowie bei veränderten betrieblichen Rahmenbedingungen zu überarbeiten.

Die VBG hat eine allgemeine Handlungshilfe für eine Gefährdungsbeurteilung und einen Hygieneplan mit umfangreichen Maßnahmen zur Verfügung gestellt.

Der Unternehmer trägt die Verantwortung für die Umsetzung notwendiger Infektionsschutzmaßnahmen entsprechend des Ergebnisses der Gefährdungsbeurteilung und soll hierbei die Fachkraft für Arbeitssicherheit und die Betriebsärztin oder den Betriebsarzt einbeziehen. Zudem ist der Prozess beteiligungsorientiert unter Einbeziehung der Beschäftigtenvertretungen oder, falls diese nicht vorhanden sind, mit den Beschäftigten umzusetzen.

Die neue SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel wurde unter Koordination der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) gemeinsam von den Arbeitsschutzausschüssen beim Bundesarbeitsministerium erstellt und konkretisiert die Anforderungen an den Arbeitsschutz. Sie umfasst Maßnahmen, mit denen das Infektionsrisiko für Beschäftigte gesenkt und auf niedrigem Niveau gehalten werden kann. Dabei bleiben Abstand, Hygiene und Masken die wichtigsten Instrumente, solange es keinen Impfschutz für CoViD-19 gibt. Betriebe, die die Regel anwenden, können davon ausgehen, dass sie rechtssicher handeln. Gleichwertige oder strengere Regeln, zum Beispiel aus der Biostoffverordnung oder aus dem Bereich des Infektionsschutzes, müssen jedoch weiterhin beachtet werden.

Die Senatsverwaltung für Kultur und Europa hat ein Hygienerahmenkonzept für Kultureinrichtungen im Land Berlin erstellt, in dem Hygiene- und Schutzmaßnahmen für Beschäftigte und Publikum festgelegt sind. Das Hygienerahmenkonzept entbindet die Einrichtungen nicht von der Pflicht, ein eigenes Hygienekonzept zu erstellen, welches die Vorgaben im Detail umsetzt.

Für den Betrieb einer künstlerischen Hochschule gelten die nachfolgenden Empfehlungen gleichermaßen.

Weitere Empfehlungen und Hinweise zum Umgang mit dem neuartigen Corona-Virus (SARS-CoV-2) sind im Bereich „Hochschulen“ zusammengefasst.

Hinweis: Fachliche Fragen zur Ausgestaltung der verschiedenen Maßnahmen sind weiter an die zuständigen Behörden zu richten. Dies sind bei Fragestellungen zum Infektionsschutz die örtlichen Gesundheitsämter bzw. die Senatsverwaltung für  Gesundheit, Pflege und Gleichstellung.

Das können Veranstaltungsstätten tun, um das Ansteckungsrisiko mit Corona zu minimieren:

Richten Sie ein betriebsinternes Krisenteam ein, alternativ kann auch der Arbeitsschutzausschuss die zusätzlichen Infektionsschutzmaßnahmen koordinieren. Das Krisenteam oder der Arbeitsschutzausschuss sollte sich regelmäßig treffen und die offiziellen Vorgaben an die spezifischen Gegebenheiten anpassen. Denn jede Veranstaltungsstätte und jede künstlerische Tätigkeit hat spezifische räumliche und personelle Bedingungen, die bei der konkreten Umsetzung der Maßnahmen berücksichtigt werden sollten. Die Leitung der Veranstaltungsstätte und die Verwaltungsleitung sollten auf jeden Fall Teil des Krisenteams sein.

Alle Beschäftigten werden zeitnah über die Ergebnisse und Festlegungen informiert. Unterweisungen zu den besonderen Hygiene- und Verhaltensmaßnahmen werden organisiert. Die Unterweisung muss mit Unterschrift des Unterweisenden und der Unterwiesenen dokumentiert werden.

Wichtig ist, dass Sie die beschlossenen Maßnahmen regelmäßig kontrollieren.

Oberstes Ziel ist es, Beschäftigte vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen. Deswegen müssen neue Produktionen so konzipiert werden, dass  sie für die Situation der SARS-CoV-2-Epidemie geeignet sind. Aber auch für bestehende Produktionen müssen Maßnahmen ergriffen werden, die sicheres und gesundes Arbeiten während der Epidemie ermöglichen. 

Wichtig ist:

  • Verzichten Sie auf körpernahe Szenen. 
  • Mitwirkende müssen einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen einhalten. Künstlerische Vorgaben rechtfertigen nicht die Reduzierung des Abstands.
  • Mindestanforderungen zum Lüften und zum Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen bzw. Atemschutz einhalten.

Die Maßnahmen sollen regelmäßig vor Ort kontrolliert werden. Dafür muss der Unternehmer eine Person bestellen, die die Aufsicht führt. Ebenso muss der Unternehmer Personen, die Aufsicht führen, in diese Tätigkeit unterweisen. Es wird empfohlen, aus dem jeweiligen Tätigkeitsbereich zugehörige Beschäftigte hierzu auszuwählen und mit notwendigen Kompetenzen auszustatten. Für den Fall der Abwesenheit muss eine Stellvertretung benannt werden.

Die Aktivitäten zur Reinigung und Hygiene sind anzupassen und sicherzustellen. Ein spezieller Hygieneplan ist zu erstellen, der die Spezifik der Veranstaltungsstätte und der künstlerischen Tätigkeiten berücksichtigt:

  • Anpassung der Reinigungsintervalle im gesamten Gebäude, vor allem in Sanitäranlagen und Gemeinschafts- und Proberäumen.
  • Vorhalten von Seifenspendern mit hautschonender Flüssigseife und Einmalhandtüchern. Die Hände müssen gründlich – mindestens 20 - 30 Sekunden – gewaschen werden. Hände-Desinfektionsmittel sind nur dann nötig, wenn es keine Waschgelegenheit gibt.
  • Regelmäßige Reinigung von Kontaktflächen, die häufig berührt werden (z. B. Türklinken, Handläufe, Lichtschalter).
  • Benutzung von Werkzeug und Maschinen (Handwerkzeug, elektrisch betriebene Handmaschinen usw.) möglichst persönlich zugeordnet –wenn nicht möglich, dann Reinigung der Handkontaktflächen sowie vor jeder Übergabe an eine andere Person mit handelsüblichen Haushaltsreinigern und Einmaltüchern. Keine Mehrfachverwendung von Tüchern/Lappen.
  • Desinfektion (z. B. bei Musikdarbietung) grundsätzlich durch Wischdesinfektion. Sprühdesinfektion vermeiden, da Desinfektionsmittel durch Aerosolbildung eingeatmet werden kann und die Desinfektionswirkung durch unvollständige Benetzung geringer ist. Tragen von geeigneten Schutzhandschuhen (z. B. Haushaltshandschuhe aus Nitrilkautschuk).
  • Zugänglichkeit innerhalb der Einrichtung nach Möglichkeit durch offene Zugänge gewährleisten, um unnötigen Kontakt mit den Händen zu vermeiden (offene Türen, Vermeidung von Barrieren). Aber kein Verkeilen von Brandschutztüren!

Für Reinigungstätigkeiten sind die Empfehlungen der BG BAU für die Gebäudereinigung sowie die Branchenregel für Gebäudereinigung hilfreich.

Abstandsregelungen verhindern wirksam eine Infektion und haben daher eine zentrale Bedeutung.

Zusätzliche Maßnahmen für Dritte (z. B. Zuschauer, Besucher) sind weiteren staatlichen Bestimmungen zu entnehmen.

Reduzierung der Personen im Gebäude:

Überlegen Sie, wie viele Personen in Abhängigkeit von der Größe des Gebäudes und der Räume maximal gleichzeitig tätig sein können. Welche Räume stehen in welcher Größe zur Verfügung?

Bildung von festen Teams, die zusammenbleiben. Teams so klein halten wie möglich. Teams nicht mischen und Kontakt zwischen Teams vermeiden, auch in Umkleide-, Sanitär- und Pausenräumen. Für feste Teams kann das Schutzkonzept der BG ETEM für Filmproduktionen angewendet werden (Webcode: M20780261). Dieses Schutzkonzept umfasst weitere Rahmenbedingungen u.a. für Kontaktbeschränkungen und Testungen. Die Beschäftigten in den technischen Bereichen sollten täglich vor Ende der Tätigkeit die Kontakte während der Arbeitszeit dokumentieren.

Durch folgende Maßnahmen können beispielsweise die Anzahl der Personen, die sich gleichzeitig im Gebäude aufhalten, reduziert werden: 

  • Schichtzeiten für Beschäftigte einführen.
  • Verlegung von Aktivitäten in den häuslichen Bereich.
  • Verkürzung von Anwesenheitszeiten, um den Schichtbetrieb zeitlich in Grenzen zu halten.

Im Gebäude sollten sich keine externen Personen aufhalten bzw. beschränken Sie Besuche auf ein Minimum. Der Einsatz von Fremdpersonal bzw. Fremdfirmen sollte vermieden werden. Betriebsbedingt notwendige Tätigkeiten, wie z. B. Reparaturen, Wartungen und Sachverständigenabnahmen sind nach Möglichkeit in Zeiten außerhalb der Betriebszeiten zu verlegen (siehe auch Abschnitt 4.2.10 SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel). Jede betriebsfremde Person muss über die Schutzmaßnahmen und das korrekte Verhalten im Gebäude und/oder auf dem Gelände unterwiesen werden, die Unterweisung ist mit Unterschrift zu bestätigen (siehe auch Abschnitt 4.2.14 SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel). Die Kontaktdaten sowie der Zeitpunkt des Betretens und Verlassens des Gebäudes oder des Geländes sind zu dokumentieren. Wenn keine wirksamen Abschirmungen (z. B. Schutzscheiben) vorhanden sind, sind Mund-Nase-Bedeckungen zu tragen.

Ist ein Orchester oder Ensemble zu Gast, ist ihnen das betriebliche Maßnahmenkonzept oder die ergänzte Gefährdungsbeurteilung vorzulegen. Das Gastorchester / -ensemble legt ebenfalls ihr Maßnahmenkonzept oder ihre ergänzende Gefährdungsbeurteilung dem Gastgeber vor. Das Schutzniveau soll mindestens dem der hier beschriebenen Empfehlungen entsprechen. Im Einzelfall ist zu prüfen, inwiefern die Maßnahmen gleichwertig sind.

Auslandsaufenthalte sind hinsichtlich ihrer Notwendigkeit kritisch zu prüfen. Empfehlungen für beruflich bedingte Auslandsreisen stellt die DGUV bereit.

Begegnungsarmes Bewegen im Gebäude:

Ein begegnungsarmes Bewegen und Aufhalten im Gebäude kann zum Beispiel erreicht werden durch

  • die Teilung der Wege und Aufenthaltsbereiche (mit Kennzeichnungen auf dem Fußboden), festgelegte Nutzungskriterien oder Richtungsbeschränkungen.
  • Laufwege möglichst reduzieren und kurz planen.
  • erforderliche Absprachen möglichst per E-Mail, Telefon oder Kommunikationsring der Übertragungstechnik.
  • die Zuordnung bestimmter Sanitärräume für festgelegte Personengruppen in örtlicher Nähe.
  • das Versetzen von Pausenzeiten.
  • Ausweichmöglichkeiten für Aufenthaltsbereiche in den Pausen.

Abstand halten und lüften:

  • Grundsätzlich gilt für alle Beschäftigten: mindestens 1,5 Meter Abstand halten.
  • Kennzeichnung der Räume mit der dafür maximal zulässigen Personenanzahl (je nach Raumgröße, Lüftung, Tätigkeit usw.), insbesondere Maske, Garderobe und Aufenthaltsbereiche.
  • Markierungen am Boden verbessern die Orientierung. Der Abstand sollte auch durch die Möblierung erleichtert werden.
  • Einsatz von transparenten Trennwänden (z.B. Acrylglas), wo eine anderweitige räumliche Entzerrung nicht möglich ist. Trennwände für Steharbeitsplätze müssen eine Höhe von mindestens 2 Metern über dem Boden haben, zwischen Sitzarbeitsplätzen eine Höhe von mindestens 1,50 Metern. Je breiter und höher eine Abtrennung ist, desto besser ist die Schutzwirkung.
  • Vorzugsweise Tätigkeiten im Freien ausführen, je nach Tätigkeit, Wetter und Gegebenheiten. Zum Schutz vor Tröpfcheninfektion die Abstandsregeln auch im Freien einhalten, hierbei vorhersehbare Windverhältnisse berücksichtigen.
  • Alle geschlossenen Räume müssen ausreichend gelüftet werden. Durch eine erhöhte Luftaustauschrate, verlängerte Lüftungszeiten und einen erhöhten Luftvolumenstrom wird verstärkt gelüftet. Die CO2-Konzentration der Raumluft kann hierbei als Qualitätsmerkmal der Lüftung herangezogen werden. Entsprechend der Technischen Regel für Arbeitsstätten "Lüftung" (Tab. 1 in Abschnitt 4.2; ASR A3.6) ist eine CO2-Konzentration bis zu 1.000 ppm noch akzeptabel. Ein Zielwert von 800 ppm sollte während der Epidemie angestrebt werden. Ergänzend sind die Anforderungen des Abschnitts 4.2.3 der SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel einzuhalten. Die CO2-Konzentration kann durch einfache Messgeräte bestimmt werden, alternativ lässt sie sich auch mit Hilfe der CO2-App der DGUV berechnen. Die App hilft auch bei der Bestimmung der Lüftungsdauer und -frequenz.

Die Innenraumlufthygiene-Kommission am Umweltbundesamt hat in einer Stellungnahme Empfehlungen zum Lüften in Innenräumen herausgegeben. 

Weitere Hinweise zum Lüften sind in in den weiterführenden Links zum Thema Corona (weiter unten) enthalten.

Szenische Darstellung:

  • Auf der Proben- oder Szenenfläche agierende Personen, die bewegungsintensiv, tanzend, exzessiv sprechend oder singend eine Rolle proben oder darstellen, ist ein Abstand zu anderen Personen von mindestens 6 Metern einzuhalten. Der Abstand von 6 m in Sprechrichtung ist als Richtwert zu sehen, damit bei erhöhter Atemfrequenz und -volumen das Infektionsrisiko durch Aerosole hinreichend reduziert wird. Eine Verringerung dieses Richtwertes auf 3 m kann nur bei verstärkter Lüftung und nachweislicher Einhaltung einer maximalen CO2-Konzentration der Raumluft von 800 ppm erfolgen. Eine weitere Verringerung des Mindestabstandes soll nicht in Betracht gezogen werden. Das Infektionsrisiko ist dann nicht mehr hinreichend sicher reduziert.

    Zur Einhaltung der geforderten CO2-Konzentration von 800 ppm ist eine ausreichende Frischluftzufuhr erforderlich. Die für einen Bereich erforderliche Frischluftzufuhr kann anhand der folgenden Tabelle eingeschätzt werden. Sie ergibt sich als Summe der Tabellenwerte für jede im Bereich anwesende Person. Personen mit unterschiedlicher körperlicher Aktivität sind dabei mit unterschiedlichen Werten zu berücksichtigen. Die in der nachfolgenden Tabelle genannten Beispiele dienen als Hilfestellung beim Einschätzen von körperlichen Aktivitäten. Vergleichbare Aktivitäten, z. B. beim instrumentalen Musizieren, sind je nach Einschätzung individuell einzuordnen. Dabei kann zwischen den Werten interpoliert werden:
    • entspanntes Sitzen (Besucher): 50 m³/Stunde/Person notwendige Frischluftzufuhr
    • Aktivitäten im Stehen (szenische Darstellung allgemein, Reinigungsarbeiten, Maschinenbedienung): 100 m³/Stunde/Person notwendige Frischluftzufuhr
    • mittelschwere Tätigkeiten im Stehen (Auf- und Abbauarbeiten, anstrengende oder bewegungsintensive szenische Darstellung): 150 m³/Stunde/Person notwendige Frischluftzufuhr
    • schwere Tätigkeiten (Artistik, Ballett, Tanz): 250 m³/Stunde/Person notwendige Frischluftzufuhr
  • Wenn die Witterung es erlaubt, sollten Proben und Aufführungen im Freien stattfinden. Unter normalen Bedingungen ist die Lüftung im Freien ausreichend, das heißt, das Infektionsrisiko durch Aerosole wird in der Regel hinreichend minimiert. Zum Schutz vor Tröpfcheninfektion ein Mindestabstand von 3 m in Sprechrichtung einhalten und den vorhersehbaren Windeinflüssen anpassen.
  • Kann der Mindestabstand nicht eingehalten werden und sind Abtrennungen nicht möglich, sollen Mund-Nase-Bedeckungen oder Atemschutz getragen werden. Mund-Nase-Bedeckungen oder Atemschutz sind nachrangig zu technischen oder organisatorischen Schutzmaßnahmen.
  • Die Größe der Räume richtet sich nach der Zahl der gleichzeitig anwesenden Personen: empfehlenswert sind mindestens 20 m² Grundfläche pro Person (Orientierungswert). Dieser Orientierungswert dient der Planung, entscheidend für die gleichzeitige Anwesenheit auf Szenenflächen sind die jeweils erforderlichen Abstandswerte von Personen (in Abhängigkeit von ihrer Tätigkeit) und die Möglichkeit einer ausreichenden Lüftung. Hierbei soll die beschriebene CO2-Konzentration nachvollziehbar eingehalten werden. Es ist eine kleinere Grundfläche möglich (z. B. entsprechend geprobte Darstellung, Stimmzimmer für Sprechproben), wenn die erforderlichen Abstände von Personen konsequent eingehalten werden.
  • Personen, die nicht unmittelbar darstellend tätig sind (z. B. Regisseurinnen und Regisseure), benötigen im Gegensatz zu den unmittelbar Probenden nur mindestens 10 m² Grundfläche.
  • Personen, die nicht unmittelbar am Probegeschehen oder der szenischen Darstellung beteiligt sind, dieses aber verfolgen sollen, sollen per Übertragungstechnik in separaten Räumen beteiligt werden.
  • Nach der Probe bzw. szenischen Darstellung soll im Probenraum bzw. auf der Bühne eine gründliche Reinigung des Fußbodens und aller mit den Händen berührten Teile durchgeführt werden.
  • Wenn Requisiten weitergegeben werden müssen, kann durch die Benutzung von Handschuhen oder wiederkehrende Händehygiene eine Übertragung durch eine Schmierinfektion verringert werden.
  • Die Übertragung von Viren durch Bühnennebel kann aktuell durch fehlende Daten nicht ausreichend bewertet werden. Das Einatmen von Bühnennebel sollte daher vermieden werden. Bodennaher Nebel ist als weniger kritisch anzusehen als raumfüllender Nebel. Der szenische Einsatz von Nebel soll zeitlich begrenzt erfolgen. Im Anschluss soll der vom Nebel betroffene Bereich verstärkt belüftet werden.

Weitere Informationen für Ballett und Tanz finden Sie auf der Internetseite von ta.med e.V., die sinngemäß auch für den Vorstellungsbetrieb anzuwenden sind.

Musikproben und -darbietung:

  • Musikerinnen und Musiker mit Blasinstrumenten sollen in Blasrichtung einen ausreichenden Abstand zur nächsten Person einhalten: nach derzeitigem Kenntnisstand mindestens 2 Meter, besser jedoch mindestens 3 Meter. Grund ist die unvorhersehbare instrumentenabhängige Aerosolbildung, die über einen längeren Zeitraum im Raum verbleiben kann. Unterschiedliche Luftaustrittsmengen an den Luftaustrittsöffnungen der verschiedenen Instrumente führen zu nicht berechenbaren Luft-Verwirbelungen in einem großen Radius um das Instrument. In den anderen Richtungen mindestens 2 Meter Abstand. Die angegebenen Mindestabstände können im Freien (unter Berücksichtigung der Windverhältnisse) oder durch geeignete technische Schutzmaßnahmen, z. B. Schutzschilde, Trennwände oder -scheiben reduziert werden.
  • Für Musikinstrumente mit Kondensatbildung sind geeignete Maßnahmen zur Beseitigung und Desinfektion vorzuhalten.
  • Beim Singen ist ein Infektionsrisiko insbesondere durch Aerosole gerade auch bei steigender Gruppengröße erhöht. Deshalb sollte das Chorsingen im Freien bevorzugt werden. Hierauf weist z. B. die Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Musikerphysiologie und Musikermedizin vom 13.08.2020 hin. Deshalb ist derzeit vom gemeinsamen Singen in geschlossenen Räumen abzuraten. Dennoch können bei verstärkter Lüftung (s.o.) und großem Abstand der Chormitglieder Proben und Aufführungen möglich sein: Im Hygienerahmenkonzept für Kultureinrichtungen im Land Berlin werden Abstände zum Schutz vor Tröpfcheninfektionen angegeben. Zum Schutz vor Aerosolen müssen aber weitere Faktoren (Raumgröße und -volumen, Anzahl der Menschen im Raum, Anzahl der Sängerinnen und Sänger, Dauer des Gesangs, Art der Belüftung) berücksichtigt werden. Die branchenspezifischen Empfehlungen der VBG geben Abstände in Singrichtung von mindestens 6 Metern und seitlich zu anderen Personen mindestens 3 Metern an – dies muss entsprechend der oben benannten Faktoren ebenfalls bewertet werden. Eine Verringerung des Abstandes in Singrichtung auf 3 Meter kann nur bei verstärkter Lüftung und nachweislicher Einhaltung einer maximalen CO2-Konzentration der Raumluft von 800 ppm erfolgen. Weitere Hinweise finden sich im Abschnitt "Abstand halten und Lüften".
  • Der Abstand von mindestens 3 Metern ist auch im Freien notwendig, um eine Tröpfcheninfektion wirksam zu verhindern, und ist den vorhersehbaren Windeinflüssen anzupassen.
  • Kann der Mindestabstand nicht eingehalten werden und sind Abtrennungen nicht möglich, sollen Mund-Nase-Bedeckungen oder Atemschutz getragen werden. Mund-Nase-Bedeckungen oder Atemschutz sind nachrangig zu technischen oder organisatorischen Schutzmaßnahmen.
  • Nach der Probe oder Vorstellung sind gründliche Reinigungen des Fußbodens und aller mit den Händen berührten Teile durchzuführen.

Bühnendienste:

  • Allgemeine Hygieneregeln beachten, insbesondere mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen einhalten und, falls erforderlich, eine Mund-Nase-Bedeckung während der Tätigkeit tragen.
  • Ansteckmikrofone, Taschensender, In-Ear-Empfänger u.ä. vom Träger unter Anleitung selbst anlegen lassen. Wenn dies nicht möglich ist, Schutzmaßnahmen aus Abschnitten Kostüme bzw. Maske sinngemäß anwenden. Mikrofone können mit einer Frischhaltefolie oder einer dünnen Plastiktüte umwickelt werden, diese ist nach jedem Einsatz zu wechseln. Vor und nach Gebrauch sind Geräte, Kapseln und Kabel zu desinfizieren, z.B. mit geeigneten Tüchern, Flüssigdesinfektionsmitteln oder UV-C-Entkeimungsbox.
  • Kontaktflächen (z. B. Inspizientenpult) nach der Tätigkeit reinigen.

Requisite:

  • Allgemeine Maßnahmen neben den Konkretisierungen aus den Bereichen Werkstatt und Technik anwenden.
  • Benutzung von Requisiten, die gehandhabt werden müssen, möglichst nur durch eine Person. Wenn Handhabung nur mit mehreren Personen möglich, dann Desinfektion der Handkontaktflächen (Wischdesinfektion mit Nitril-Haushaltshandschuhen) in regelmäßigen Abständen und vor jeder Übergabe an eine andere Person.

Anprobe und Kostümfertigung:

  • Anproben und Kostümfertigung, wo es möglich ist, mit Hilfe von Schneiderpuppen durchführen. Anproben auf ein Minimum reduzieren und dabei tragen Schneiderin bzw. Schneider und anprobierende Person ausreichenden Atemschutz (z. B. Atemschutz-Masken oder Mund-Nase-Bedeckung), Personen aus den Risikogruppentragen mindestens FFP2-Masken.
  • Auf die Mithilfe einer Ankleiderin oder eines Ankleiders möglichst verzichten.
  • Hygienestandards beim Umgang mit Probenkostümen einhalten: Wäsche in Körben sammeln und beim Handhaben Handschuhe sowie ausreichenden Atemschutz (z. B. Atemschutz-Masken oder Mund-Nasen-Bedeckung) tragen.
  • Für die Wäscherei kann die DGUV Information 203-084 "Umgang mit Wäsche aus Bereichen mit erhöhter Infektionsgefährdung" sinngemäß verwendet werden.

Haare und Maske:

Besucherservice (Kasse, Einlasskontrolle, Saaldienst, Ordnungsdienst):

  • Allgemeine Hygieneregeln beachten, insbesondere mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen Personen und, falls erforderlich, eine Mund-Nase-Bedeckung während der Tätigkeit tragen.

Hinweise für den Besucherservice finden Sie in den Empfehlungen der VBG für die Branche Sicherheitsdienstleistungen für den Bereich Einlasskontrollen.

Werkstatt:

Technik:

In der Pause und in der Kantine:

  • Pausen und Einnahme von Mahlzeiten möglichst allein, in ausreichend großen Räumen oder wenn möglich im Freien.
  • Mittagspausen teilen.
  • Sitzordnung anpassen (Sitzplätze reduzieren und räumlich mit Abstand anordnen).
  • Warteschlangen vermeiden.
  • Räume regelmäßig lüften und Oberflächen regelmäßig reinigen oder desinfizieren.

Wenn der Mindestabstand nicht möglich ist:

Kann der Mindestabstand nicht sicher eingehalten werden, müssen alternative Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Alternative Schutzmaßnahmen können beispielsweise sein: Trennung durch Schutzscheiben oder Schutzfolien, Mund-Nasen-Bedeckung, Verwendung persönlicher Schutzausrüstung (z. B. geeignete Atemschutzmaske FFP2 in Verbindung mit Schutzbrille oder flüssigkeitsundurchlässigem Visier), Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen von allen Personen.

Auch wenn eine Mund-Nasen-Bedeckungen keinen verlässlichen Schutz gegen die Übertragung von SARS-CoV-2 darstellt, kann das Tragen dazu beitragen, dass Tröpfchen und sogar ein Teil der ausgeatmeten feuchten Aerosole am Material der Mund-Nasen-Bedeckungen gebunden werden. Auch die Geschwindigkeit des ausfließenden Atemstroms beim Sprechen und Husten wird reduziert. 

Beschäftigte sollen darauf hingewiesen werden, dass beim Anlegen der Mund-Nasen-Bedeckungen darauf zu achten ist, dass die Hände sauber sind und die Maske nur an den Ohrschlaufen und Bindebändern berührt wird. Die Außenseiten einer gebrauchten Mund-Nasen-Bedeckungen können mit Viren behaftet sein. Es ist sinnvoll, das An- und Ablegen von Masken und die Aufbewahrung beim Nichttragen zu besprechen und gegebenenfalls zu üben. 

Hinweise zum Tragen von Mund-Nasen-Schutz finden Sie in einem Merkblatt der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (PDF).

Machen Sie Beschäftigte zielgruppengerecht mit den Verhaltens- und Hygieneregeln vertraut (ggf. auch mehrsprachig). Dazu zählen: Husten- und Niesetikette, Händehygiene, Begrüßungsrituale, Abstandsregeln.

Für Unterweisungen können Plakate und Filme hilfreich sein:

Um die Umsetzung der geforderten Verhaltens- und Hygieneregeln zu kontrollieren, ist eine ausreichende Aufsicht zu gewährleisten.

Mit Fragen und aktuellen Themen zur gegenwärtigen Situation sollte offen umgegangen werden.

Die Planung des Personaleinsatzes erfolgt unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Gefährdungsbeurteilung und den betriebsspezifischen Rahmenbedingungen.

Der Betriebsarzt/die Betriebsärztin gibt eine Empfehlung mit Kriterien über den Einsatz von Mitwirkenden ab. Allen Beschäftigten ist eine arbeitsmedizinische Vorsorge als Angebotsvorsorge zu ermöglichen bzw. anzubieten. Diese kann auch telefonisch erfolgen. Beschäftigte können sich auch individuell beraten lassen. Die Betriebsärztin oder der Betriebsarzt schlägt dem Unternehmer geeignete Schutzmaßnahmen vor und kann ggf. auch einen Tätigkeitswechsel empfehlen.

Der Schutz von Risikogruppen unter den Beschäftigten ist vorrangig und hat besondere Bedeutung. Zur Risikogruppe gehören insbesondere Personen, die aufgrund des Alters oder von Vorerkrankungen ein höheres Risiko für einen schweren SARS-CoV-2-Verlauf haben. Das Robert-Koch-Institut bietet Informationen zu Risikogruppen.

Eine Empfehlung des Ausschusses für Arbeitsmedizin hilft beim Umgang mit besonders schutzbedürftigen Beschäftigten. Eine innerbetriebliche Regelung (z. B. Dienst- oder Betriebsvereinbarung) wird empfohlen.

Überlegen Sie zur Entlastung des Betriebes, ob bestimmte Tätigkeiten von dem zu schützenden Personenkreis auch von zu Hause aus erledigt werden können wie Verwaltungsaufgaben, Planungen oder ähnliches.

Beschäftigte sollten darüber informiert werden, dass die Veranstaltungsstätte nur für Personen zugänglich ist, die keine Krankheitssymptome aufweisen und

  • die keinen Kontakt zu infizierten Personen hatten bzw. seit dem Kontakt mit infizierten Personen 14 Tage vergangen sind und keine Krankheitssymptome erkennbar sind.
  • die sich nicht in einem Gebiet aufgehalten haben, das durch das Robert-Koch-Institut (RKI) aktuell als Risikogebiet ausgewiesen ist (tagesaktuell abrufbar beim Robert-Koch-Institut www.rki.de/covid-19 > Risikogruppen) bzw. 14 Tage seit Rückkehr aus diesem Risikogebiet vergangen sind und sich keine Krankheitssymptome zeigen.

Das gilt selbstverständlich auch für das gesamte Personal und Externe (wie zum Beispiel Dienstleister und Fremdfirmen).

Bei einem Verdachtsfall sollten Beschäftigte mit Krankheitssymptomen (siehe Hinweise des RKI) isoliert werden. Nach der Führungskraft/dem Arbeitgeber muss auch das zuständige Gesundheitsamt informiert werden. Das Gesundheitsamt entscheidet über das weitere Vorgehen.

Die Kontaktpersonen-Nachverfolgung muss rasch, effizient und vollständig durchgeführt werden, um das Infektionsrisiko gering zu halten.

Weitere Informationen enthält die DGUV-Broschüre „Coronavirus SARS-CoV-2 – Verdachts-/Erkrankungsfälle im Betrieb“.

Bei Fragen und Unsicherheiten:

  • Beratungshotline in Berlin: Tel.-Nr.: 030 90 28 28 28 (www.berlin.de/corona)
  • Hausärztliche Praxis oder die allgemeine deutschlandweit eingerichtete Beratungshotline anrufen: Tel.-Nr.: 116 11

Während des Betriebs muss immer eine ausreichende Anzahl von Ersthelferinnen und Ersthelfern zur Verfügung stehen. Das ist auch bei veränderten Dienstzeiten zu beachten. 

Ersthelfende müssen sich selbst schützen. Die Absicherung einer Unfallstelle oder das Anziehen von Einmalhandschuhen bei der Versorgung von Wunden gilt unabhängig von der aktuellen Corona-Epidemie.

Momentan ist aufgrund des Corona-Virus auf weitere Maßnahmen des Eigenschutzes zu achten, so bieten beispielsweise eine Atemschutzmaske und eine Schutzbrille zusätzlichen Schutz. 

Wenn im Zuge einer Erste-Hilfe-Maßnahme eine Herz-Lungen-Wiederbelebung erforderlich ist, steht in erster Linie die Herzdruckmassage und (falls vorhanden) die Anwendung eines automatisierten externen Defibrillators (AED) im Vordergrund.

Abstand halten gilt bei der Versorgung von Verletzten, wo immer möglich.

Eine Handlungshilfe für Unternehmen und eine Handlungshilfe für Ersthelfende werden von der DGUV bereitgestellt.

Die Informationen zu Krankheitsfällen in der Familie und im Umfeld stellt eine Momentaufnahme zu Beginn des Betreuungszeitraums dar. Die Unfallkasse Berlin empfiehlt daher, dass sich die Führungskräfte regelmäßig bei den Beschäftigten erkundigen, ob zwischenzeitlich Kontakte zu infizierten Personen stattgefunden haben oder Personen im nahen Umfeld leben, die akute Atemwegssymptome aufweisen. 

Informieren Sie sich regelmäßig auf den Seiten des RKI und der BzgA zu neuen Erkenntnissen und empfohlenen Maßnahmen. Lassen Sie sich nicht durch die Vielzahl der Informationen verwirren.

Allgemeine Hinweise und Schutzmaßnahmen:

Hinweise zur Lüftung:

Hinweise zur Ersten Hilfe:

Branchenspezifische Maßnahmen:

Theater und Veranstaltungsstätten

 Zum Veranstaltungsbereich zählen zum Beispiel Theater- und Ballettvorführungen, Konzerte, Messen und Kongresse sowie Großveranstaltungen. Sie finden auf Bühnen in Theatern, Opernhäusern oder Open Air sowie in Mehrzweck- und Messehallen statt. Besondere Anforderungen gelten für die Bühnentechnik und deren Prüfungen. Leitung und Aufsicht der Arbeiten darf hier nur besonders ausgebildeten und erfahrenen Personen übertragen werden.

Ermächtigung von Sachverständigen

Ermächtigung von Sachverständigen für die Prüfung sicherheits- und maschinentechnischer Einrichtungen in Veranstaltungs- und Produktionsstätten für szenische Darstellung

Seit Januar 2015 ist die Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) beauftragt, Sachverständige zu prüfen, zu ermächtigen und die Ermächtigung zu widerrufen.

Weitere Informationen finden Sie auf der Internetpräsenz der VBG.