Sonnenschutz für Kinder: Sonnencremes werden überschätzt


Wenn die Sonne am Himmel lacht, freut sich die ganze Kita. Endlich raus! Damit der Sommer auch für alle die schönste Zeit im Jahr wird, geben wir einige Tipps zum richtigen Verhalten. Denn mitunter treten schwere Gesundheitsschäden erst viele Jahre später auf. Was also muss jetzt getan werden, um Kinder nicht in den gesundheitlichen Schatten zu stellen? 

Mit den warmen und langen Sonnentagen werden für Kinder auch die Aktivitäten im Freien vielfältiger und ausgedehnter. Bis zum 18. Lebensjahr haben sie auf diese Weise nahezu 80 Prozent der Sonnenbestrahlung ihres gesamten Lebens aufgenommen. Und hier liegt zugleich auch das Risiko.

Sonnenbrände im Kindesalter – Hautkrebs im Erwachsenenalter
Hautkrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen und jedes Jahr werden es mehr. Wie bei Krebskrankheiten so oft üblich, tritt der Schaden erst viele Jahre später auf. Jeder Sonnenbrand in der Kindheit erhöht das Risiko, als Erwachsener an Hautkrebs zu erkranken. Die Sonne hat eben auch ihre Schattenseiten, allerdings nur, wenn man sich nicht an einfache Regeln hält:

Kleinkinder aus der Sonnenschusslinie
Säuglinge und Kleinkinder bis zum dritten Lebensjahr sollten grundsätzlich nie in die direkte Sonne.  Auch die älteren Kita-Kinder haben noch keine ausreichenden körpereigenen Schutzmechanismen. Sie sollten ebenfalls vor der direkten Sonne so weit wie möglich geschützt werden.

Sonnenschutzmittel
Sonnenschutzcremes werden in ihrer Wirkung häufig überschätzt. Ein Vergleich mit dem Schutz vor einem anderen Naturereignis, dem Regen, macht dies deutlich: Der beste Schutz vor einem Regenguss ist, sich unter ein Dach zu stellen. Der zweitbeste Schutz besteht darin, sich wasserfeste Regenkleidung anzuziehen. Die dritte Möglichkeit wäre noch, dem Beispiel der Wasservögel zu folgen und die Haut mit einem wasserabweisenden fetthaltigen Schutz zu versehen. Die Reihenfolge der wirksamen Schutzmaßnahmen gelten auch beim Sonnenschutz. Trotzdem steht der schwächste Schutz, die Sonnenschutzcreme, zu Unrecht meist an der ersten Stelle.

Wegen der vielen chemischen Filter- und Zusatzstoffe sind Sonnenschutzmittel für Babys nicht zu empfehlen. Für Kita-Kinder sind Sonnenschutzcremes mit Titandioxid vorzuziehen, da diese weniger chemische Wirkstoffe enthalten. Stattdessen wirken Mikropigmente wie kleine Spiegel. Sie dringen nicht ein, sondern liegen auf der Haut und reflektieren das Sonnenlicht auf physikalische Art. Der Schutz ist damit auch sofort nach dem Eincremen vorhanden. Sonnenschutzmittel müssen grundsätzlich dick aufgetragen – und nicht eingerieben – werden.

Das heißt aber nicht, dass Kinder, die gut eingecremt sind, sich nun risikofrei entblößt der direkten Sonne aussetzen können. Denn Sonnenschutzmittel sind nicht geeignet, die schädlichen Wirkungen der Sonne komplett zu verhindern! Sonnencremes täuschen daher auch eine falsche Sicherheit vor.

Der Lichtschutzfaktor-Irrtum
Der Lichtschutzfaktor zeigt an, wie viel mal länger wir in der Sonne sein können, als ungeschützt. 
Ein Beispiel: Herr A. kann 30 Minuten in der prallen Sonne sein, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. Ist er mit einem Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor 6 eingecremt, kann er sich nun (6 mal 30) 180 Minuten bzw. drei Stunden der direkten Sonne aussetzen, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen. 
Was Herr A. nicht weiß: Nach Ablauf der drei Stunden kann der Sonnenschutz nicht weiter verlängert werden. Es hilft also nichts, sich danach noch einmal einzucremen. Als einziger Schutz im Anschluss bleibt, die direkte Sonne zu meiden. Für einen längeren Aufenthalt in der Sonne hätte Herr A. gleich zu Beginn eine Sonnencreme mit einem höheren Lichtschutzfaktor wählen müssen. Häufiges Nachcremen innerhalb der drei Stunden macht dennoch Sinn. Denn beim Baden, Schwitzen und Sandburgbauen geht der Schutz schon zwischendurch verloren.

Da Kita-Kinder noch keinen richtigen körpereigenen Schutz besitzen, entspricht der gewählte Lichtschutzfaktor annähernd der tatsächlichen Zeit in Minuten, die das Kind ohne Sonnenbrand der Sonne ausgesetzt sein kann. Lichtschutzfaktor 20 bedeutet also, dass das Kind insgesamt nur 20 Minuten des Tages vor der gefährlichen UV Strahlung geschützt werden kann.

Allerdings: Die Sommersonne schädigt die Haut auch schon, bevor ein Sonnenbrand entsteht.

Der beste Sonnenschutz für KinderWenn die gefährlichen UV-Strahlen der Sonne sichtbar wie Regen auf uns herabprasseln und dabei pieksen würden, dann verhielten sich die meisten Menschen vermutlich richtig. Da die Gefahr aber unsichtbar ist und erst gespürt wird, wenn ein Schaden (Sonnenbrand, Sonnenstich) bereits eingetreten ist, hier die wichtigsten Tipps, um Kinder zu schützen:

  1. Nicht in direkter Sonne spielen lassen. Wenn kein natürlicher Schatten vorhanden ist, sollten in der Kita sogenannte Sonnensegel aufgestellt werden. 
  2. Luftige, aber engmaschige Kleidung anziehen. Dazu gehört auch die Schirmmütze oder der Sonnenhut. Auch Sommerkleidung gibt es mit Lichtschutzfaktoren, fragen Sie im Handel nach dem UV Standard 801.
  3. Sonnencreme benutzen, dick auftragen, am besten mit Titaniumdioxid und Lichtschutzfaktor 20 bis 30. Beim Baden ist auf wasserfeste Produkte zu achten. Häufiger nachcremen, denn durch Abrieb auf Kleidung, durch Baden, Schwitzen und Spielen geht der Schutz verloren. Unbedingt daran denken: Sonnencremes sind immer nur ein Notbehelf! 

Als kleine Erinnerungshilfe haben alle Berliner Kitas unser Upsi Sommerplakat. Wir empfehlen es aufzuhängen, damit auch die Eltern informiert werden.

Einen schönen Sommer wünscht Ihre Unfallkasse Berlin!