Corona-Selbsttests an Schulen sicher und gesund durchführen

Um Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler beim Präsenzunterricht vor einer Corona-Infektion zu schützen und Infektionsketten zu unterbrechen, werden an Schulen Corona-Selbsttests durchgeführt (§5, SchulHygCoV-19-VO). Es werden nur Laien-Selbsttests eingesetzt, die vom Paul-Ehrlich-institut (PEI) geprüft wurden und sich auf der Liste des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) befinden.

Damit die Tests in den Schulen für alle sicher durchgeführt werden können, müssen auf der Grundlage der Gefährdungsbeurteilung Schutzmaßnahmen festgelegt und umgesetzt werden.

Darauf sollten Sie bei der Durchführung von Corona-Selbsttests achten:

Für die Testung sind möglichst kleine Gruppen zu bilden, die von mindestens einer Pädagogin oder einem Pädagogen beaufsichtigt werden.

Gegebenenfalls können auch Eltern bei der Durchführung der Tests unterstützen. Diese Personen sind vorab zu testen und zu unterweisen. Auch müssen notwendige Schutzmaßnahmen organisiert und bereitgestellt werden, zum Beispiel Mund-Nasen-Schutz.

Die Testung kann draußen oder in einem ausreichend großen und gut zu belüftenden Raum durchgeführt werden. In diesem Raum bzw. in dessen Nähe sollte ein Waschbecken zur Verfügung stehen. Zusätzlich ist für alle Beteiligten eine Möglichkeit zum Hände waschen vor und nach dem Test zu ermöglichen.

Bei der Durchführung der Corona-Tests müssen die geltenden Abstands- und Hygieneregeln beachtet werden. Schülerinnen und Schüler sollen den Mund-Nasen-Schutz nur kurzzeitig für den Nasenabstrich abnehmen. Das Aufsicht führende Personal sollte während der Testungen eine von der Schule gestellte FFP2-Maske tragen und (wenn immer möglich) ausreichend Abstand zu den Testenden wahren.

Ist beim Testen eine aktive Unterstützung erforderlich, kann das Tragen einer erweiterten Persönlichen Schutzausrüstung notwendig werden, etwa eine dichtsitzende Schutzbrille, ein Gesichtsvisier und Einmalhandschuhe. In der Regel ist das jedoch nicht erforderlich, weil diese Schülerinnen und Schüler aufgrund einer Sonderregelung von den Eltern zu Hause getestet werden.

Beachten Sie die in der Beschreibung angegebene Handlungsanleitung, so können  Verletzungen beim Nasenabstrich vermieden werden:

  • Ausschließlich den im Testkit mitgelieferten Abstrich-Tupfer verwenden.
  • Abstrich-Tupfer nur in der angegebenen Tiefe in die Nase einführen.

Der Abstrich wie auch der gesamte Testvorgang sollte mit den Schülerinnen und Schülern zuvor eingeübt werden. Das hilft, Falschanwendungen vorzubeugen und Verletzungen zu vermeiden. Zur Unterstützung können Unterweisungsvideos genutzt werden (siehe „Hilfreiche Hinweise und Links“).

Sollte es dennoch einmal zu einer Verletzung im Zusammenhang mit den Corona-Selbsttests kommen, muss diese versorgt und im Verbandbuch dokumentiert werden.

Die Selbsttests sind für den Laiengebrauch gedacht. Sie enthalten nur sehr stark verdünnte Lösungen, die bei sachgerechtem Gebrauch zu keinen Gefährdungen führen.

Sollte es trotz aller Vorsicht zum Augen- oder Hautkontakt mit der Pufferlösung kommen, muss es möglich sein, das Auge umgehend auszuspülen oder die Haut zu reinigen. Deshalb ist die Nähe eines Waschbeckens sehr wichtig. Eine Augennotdusche erleichtert das Spülen der Augen. Gegebenenfalls muss ein Augenarzt aufgesucht werden. Wichtig ist  in jedem Fall, die Verletzung zu dokumentieren.

Die ersten Erfahrungen – auch aus anderen Bundesländern – zeigen jedoch, dass derartige Zwischenfälle so gut wie nie vorkommen.

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ist zu entscheiden, ob bei der Portionierung der Pufferlösung Schutzbrille und Schutzhandschuhe erforderlich sind. Diese Arbeitsgänge sind ausschließlich von erwachsenen Personen durchzuführen.  

Die Pufferlösung sollte nicht mit Kleidungsstücken, der medizinischen Maske oder der Oberfläche in Berührungen kommen. Tritt dieser Fall trotz Einweisung und Aufsicht dennoch ein, ist die Maske zu entsorgen oder die Verschmutzung mit viel Wasser zu verdünnen und zu reinigen.

Das Händewaschen nach der Durchführung der Tests ist unbedingt erforderlich und vom Aufsichtspersonal aktiv einzufordern.

Zeigt ein Corona-Selbsttest ein positives Testergebnis an, muss die sichere und gesunde Einzelbetreuung der Schülerin oder des Schülers bis zur Abholung durch die Eltern gewährleistet werden – am besten im Freien mit Abstand und FFP2-Maske für die Aufsichtsführende Person und den Schüler/die Schülerin. Der sensible Umgang mit dieser Situation sollte im Vorfeld im Kollegium besprochen werden.

Sowohl die Aufsichtsführenden Personen (z. B. Angestellte Lehrkräfte oder von der Schule eingesetzte Eltern, die bei der Aufsicht unterstützen) als auch die Schülerinnen und Schüler stehen bei der Durchführung der Tests unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass auftretende Verletzungen in das Verbandbuch eingetragen werden. Sollte ein Arztbesuch notwendig sein, ist eine Unfallanzeige auszufüllen und an die Unfallkasse Berlin zu senden.

Für Beamtinnen und Beamte wird Unfallfürsorge nach dem Landesbeamtenversorgungsgesetz geleistet. Einzelheiten sind beim Dienstherren zu erfragen.

Hilfreiche Hinweise und Links