Bisher lieferte die Ursachenforschung schon viele Informationen zu den Hintergründen von Sportunfällen. Wir wissen, in welchen Sportarten (große Ballspiele) und bei welchen Tätigkeiten im Sportunterricht (Fangen/Annehmen des Balles) die meisten Unfälle passieren. Bekannt war auch, dass sich vor allem die sportlichen Schüler, die gute bis sehr gute Sportnoten erhalten, bei schon häufig absolvierten Übungen verletzen.
Welche Hinweise ergaben sich nun aus der Befragung zum Zusammenhang von Sportunfällen und personenbezogenen Merkmalen?
Von Seiten der Sportlehrer werden an Schulen mit hohem Unfallgeschehen häufiger Problemverhalten und am Sport nicht teilnehmende Schüler "auf der Bank" als ungünstige Rahmenbedingungen angegeben.
Schlussfolgerung
>> Stärker als bisher sollte im Sportunterricht deshalb die Schülerpersönlichkeit mit ihren spezifischen Persönlichkeitsmerkmalen Beachtung finden und die sozialen Rahmenbedingungen dahingehend beeinflusst werden, dass Schüler lernen, ihr Temperament im Zaum zu halten und Konflikte friedlich zu lösen.
>> Als Schutzfaktor erweist sich eine auf den Sportunterricht bezogene Selbstwirksamkeit: SchülerInnen mit einer großen Zuversicht, die im Sportunterricht gestellten Anforderungen bewältigen zu können, tragen ein geringeres Risiko als Schüler, die sich als weniger kompetent im Schulsport einschätzen. Deshalb gilt es Motivation und körperliche Voraussetzungen der leistungsschwächeren SchülerInnen zu steigern und zugleich bei den leistungsstarken SchülerInnen ein an die Bedingungen des Schulsports angepasstes Risikoverhalten zu erzielen.