Unfallkasse Berlin - Ihr gesetzlicher Unfallversicherungsträger für das Land Berlin

Unfallursachen, Unfallkosten

Unfallursachen

  • Bei der Bewertung der Unfallursache konnte wir ausschließlich auf die Angaben im D-Arztbericht oder/ und der Unfallanzeige zurückgreifen. Häufig wurde dort nur allgemein von einer Nadel/ Kanülenstichverletzung gesprochen. 
  • Als Ursachenschwerpunkt mit 22% aller Unfälle mit Schnitt- und Stichverletzungen wird die Entsorgung genannt. Trotz erheblicher Aktivitäten zur Verringerung dieser Unfälle in unseren Mitgliedbetrieben werden Unfälle auf Grund durchstochener oder überfüllter Abwurfbehälter,  nicht ordnungsgemäßer Entsorgung z.B. in Nierenschale oder Mülltüte und Verletzungen bei Reinigungsarbeiten durch herumliegende scharfe/spitze Medizinprodukte täglich angezeigt. 
  • Tätigkeiten wie Blutentnahme, Injektionen bzw. Legen / Entfernen von Zugängen sind die weiteren Unfallschwerpunkte. Aber auch Recapping, d.h. wiederaufsetzen der Schutzhülle auf eine benutzte Kanüle wird noch praktiziert und führt häufig zu Unfällen.
  • Die Differenzierung der Arbeitsmittel, bei deren Benutzung es zum Unfall kam, konnten auf Grund der wenigen zur Verfügung stehenden Angaben nicht immer erfolgen. Gut abgrenzen durch häufige Nennung ließen sich:

Venenverweilsysteme 84Nennungen
Skalpelle   60 Nennungen
Blutzuckersticker/Lanzetten           57 Nennungen
PEN- Kanülen                                 34 Nennungen
 

Unfallkosten

  • Für die Behandlung  und Untersuchung fielen pro Schnitt- und Stichverletzung Kosten in Höhe 187,66 € rein rechnerisch für die Unfallkasse Berlin an. Ein Teil der Laborkosten wurde der Unfallkasse Berlin von den Krankenhäusern nicht in Rechnung gestellt.
  • Die Kosten beruflich verursachter Infektionskrankheiten  übersteigen oft in einem einzigen Fall unsere aufgewendeten Kosten für die Behandlung und Untersuchung von Schnitt- und Stichverletzungen eines ganzen Jahres  wie ein  Beispiel zeigt:

Ein Arzt verletzte sich 1995 bei einer OP und bemerkte dies beim Ausziehen der OP-Handschuhe. Er desinfizierte die Wunde und hatte diesem Vorfall keine weitere Bedeutung beigemessen.  Als er später an einer Hepatitis B erkrankte konnte der Zusammenhang  mit dieser Nadelstichverletzung hergestellt werden. Trotz langjähriger Tätigkeit als Chirurg war er nicht gegen Hepatitis B immunisiert. Die aufgewendeten Kosten der Unfallkasse Berlin für diese Berufserkrankung betragen bisher 240.000 € und werden durch die laufenden Rentenzahlungen weiter ansteigen.

  • Die Kosten der Unfallversicherungsträger, so auch der Unfallkasse Berlin werden im Umlageverfahren an die versicherten Unternehmen weitergegeben.

  • Berechnungen der Technischen Universität Berlin (Kontakt: swantje.zschernack@awb.tu-berlin.de) und der Bergischen Universität Wuppertal (Kontakt: andwitt@uni-wuppertal.de) gehen von Kosten zwischen 73€ und 225€  pro Nadelstichverletzung, welche dem Krankenhäusern durch Arbeitsausfall und Verwaltungskosten entstehen, aus.