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Rücken AKTIV - ein Projekt, das den Rücken wichtig nimmt!

Muskel und Skeletterkrankungen sind bei Krankenpflegepersonal überdurchschnittlich häufig. Die Ursache dafür ist zum einen die Rückenbelastung durch Heben und Tragen, zum anderen führen zunehmende Arbeitsdichte, Zeitdruck, Organisationsdefizite zu erhöhter Stressbelastung, welche sich auch auf die Häufigkeit von Rückenbeschwerden und Rückenleiden auswirkt. Erhöhung der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit, Anstieg der Fluktuationsrate und Zunahme der Verdachtsmeldungen auf eine Berufskrankheit sind die Folge.

Vor dem Hintergrund, dass:

  • die Zahl pflegeintensiver Patienten im Krankenhaus durch kürzere Verweildauer ansteigt,
  • Bewohner in Alten- und Behindertenwohnheimen durch verbesserte Angebote der ambulanten Pflege pflegeintensiver sind,
  • aufgrund der demografischen Entwicklung der sich Altersdurchschnitt der Pflegekräfte bei gleichzeitig steigendem Pflegebedarf weiter erhöht,
    wird sich dieser Trend ohne Intervention deutlich verstärken.

Deshalb startete im August 2006 mit Unterstützung der Unfallkasse Berlin das Projekt Rücken AKTIV unter dem Motto „Den Rücken wichtig nehmen und Belastungen wahrnehmen“ im größten kommunalen Krankenhauskonzern Deutschlands der Vivantes GmbH. Kernpunkte des Projektes sind ein ganzheitlicher Ansatz sowie die Arbeitsplatz- und Mitarbeiterorientierung.

Was sind die Ziele des Projektes?

  • Ergänzung bestehender Pflegekonzepte durch rückenstabilisierende Techniken
  • Erlernen von belastungsadäquatem Selbsthilfeverhalten
  • Aufmerksamkeit für die eigene Gesundheit fördern
  • Verbesserung von Arbeitsorganisation und Kommunikation im Arbeitsalltag
  • Qualitätssteigerung in der Patientenversorgung

Was wurde bisher umgesetzt bzw. erreicht:

  • Die Mitarbeiter der Pflege in den Pilothäusern Wenckebach-Klinikum und Forum für Senioren, Teichstraße 44, wurden im rückengerechten Patiententransfer geschult.
  • Um die Nachhaltigkeit dieser Schulungen zu gewährleisten, wurden pro Station bzw. Wohnbereich Multiplikatoren ausgebildet, die in Zukunft den geschulten Kollegen Ansprechpartner und neuen Kollegen Vermittler dieser Technik und Berater zum rückengerechten Arbeiten sein werden.
  • Die Arbeitsgruppen zur Reduzierung bestehender Arbeitsbelastungen in den Pilotbereichen wurden in selbstständig agierende Gesundheitszirkel umgewandelt. Diese werden über den Projektzeitraum hinaus weiter bestehen.
  • Hilfsmittel wurden beschafft, instandgesetzt, gereinigt sowie die Mitarbeiter damit geschult.
  • Hemmnissen wie Schwellen wurden beseitigt, zusätzliche Haltegriffe und Handläufe wurden angebracht. 
  • Damit wurde die Verbesserung der Pflegequalität erreicht.
  • Die Mitarbeiterzufriedenheit wurde erhöht und der Krankenstand gesenkt.

Ein kurzer Auszug aus einem Interviews der Zwischenevaluation soll zeigen, was für die einzelne Pflegekraft als Verbesserung wahrgenommen wird:
„Die Arbeit wird sicher nicht leichter dadurch, dass wir die erlernten Transfertechniken anwenden, aber durch die gemeinschaftlich rückengerechte Arbeitsweise gehen wir nach dem Dienst weniger „kaputt“ nach Hause und wir „spüren“ unseren Rücken nicht mehr so sehr.

Die Bewohner werden durch die angewendeten Transfertechniken zu Eigenbewegung/ Mithelfen- aktiven/ passiven Bewegungen angeregt. Sie fühlen sich sicherer ( zeigen weniger Abwehr und Versteifungen), was am Ende für uns Pflegekräfte positiv zurückfällt.“

Im Mai 2009 ist die Abschlussevaluation geplant. Aufgrund der bereits vorliegenden positiven Ergebnisse hat die Konzernleitung beschlossen, in allen Kliniken schrittweise „Rücken AKTIV“ einzuführen. Dafür wurden Personal- und Sachmittel für die nächsten fünf Jahre eingeplant.