Muskel und Skeletterkrankungen sind bei Krankenpflegepersonal überdurchschnittlich häufig. Die Ursache dafür ist zum einen die Rückenbelastung durch Heben und Tragen, zum anderen führen zunehmende Arbeitsdichte, Zeitdruck, Organisationsdefizite zu erhöhter Stressbelastung, welche sich auch auf die Häufigkeit von Rückenbeschwerden und Rückenleiden auswirkt. Erhöhung der krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit, Anstieg der Fluktuationsrate und Zunahme der Verdachtsmeldungen auf eine Berufskrankheit sind die Folge.
Vor dem Hintergrund, dass:
Deshalb startete im August 2006 mit Unterstützung der Unfallkasse Berlin das Projekt Rücken AKTIV unter dem Motto „Den Rücken wichtig nehmen und Belastungen wahrnehmen“ im größten kommunalen Krankenhauskonzern Deutschlands der Vivantes GmbH. Kernpunkte des Projektes sind ein ganzheitlicher Ansatz sowie die Arbeitsplatz- und Mitarbeiterorientierung.
Was sind die Ziele des Projektes?
Was wurde bisher umgesetzt bzw. erreicht:
Ein kurzer Auszug aus einem Interviews der Zwischenevaluation soll zeigen, was für die einzelne Pflegekraft als Verbesserung wahrgenommen wird:
„Die Arbeit wird sicher nicht leichter dadurch, dass wir die erlernten Transfertechniken anwenden, aber durch die gemeinschaftlich rückengerechte Arbeitsweise gehen wir nach dem Dienst weniger „kaputt“ nach Hause und wir „spüren“ unseren Rücken nicht mehr so sehr.
Die Bewohner werden durch die angewendeten Transfertechniken zu Eigenbewegung/ Mithelfen- aktiven/ passiven Bewegungen angeregt. Sie fühlen sich sicherer ( zeigen weniger Abwehr und Versteifungen), was am Ende für uns Pflegekräfte positiv zurückfällt.“
Im Mai 2009 ist die Abschlussevaluation geplant. Aufgrund der bereits vorliegenden positiven Ergebnisse hat die Konzernleitung beschlossen, in allen Kliniken schrittweise „Rücken AKTIV“ einzuführen. Dafür wurden Personal- und Sachmittel für die nächsten fünf Jahre eingeplant.