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Schnitt- und Stichverletzungen im Krankenhaus

Stich- und Schnittverletzungen in Gesundheitsberufen kommen täglich vor. Die Unfallkasse Berlin zeigt Ursachen und Maßnahmen zur Prävention

Auf mindestens 500.000 Fälle pro Jahr wird die Zahl der berufsbedingten Schnitt- und Stichverletzungen allein in deutschen Krankenhäusern geschätzt.Die Hauptgefährdung bei diesen Verletzungen liegt im Infektionsrisiko. Die Infektionswahrscheinlichkeit nach einer Schnitt- oder Stichverletzungen wird mit etwa 30% für Hepatitis B,  3% für Hepatitis C und 0,3% für HIV angegeben.
Neben dem Beschäftigten im Krankenhaus ist auch der Patient gefährdet. Denn bleibt eine Infektion wie Hepatitis C oder HIV unerkannt kann die Erkrankung z.B. bei invasiven Eingriffen auf den Patienten übertragen werden. Nicht zu unterschätzen ist die psychische Belastung nach einer Verletzung, solange nicht eindeutig geklärt ist, ob der Betroffene sich eine ernsthafte Erkrankung zugezogen hat oder nicht. Neben dem Leid der Betroffenen kommt es zu materiellen und Imageschaden für die Krankenhäuser.

Diese Gründe haben den Gesetzgeber und die Unfallversicherungsträger bewogen von den Gesundheitseinrichtungen entsprechende Maßnahmen zur Senkung von Schnitt- und Stichverletzungen zu fordern. In der Biostoffverordnung sind dazu Schutzziele und Schutzmaßnahmen beschrieben. Diese wurden in der BGR/ TRBA 250 vom Oktober 2003 für das Gesundheitswesen konkretisiert. Die TRBA 250 soll den Unternehmern Hilfestellung bei der Umsetzung der staatlichen Rechtsvorschriften und/oder Unfallverhütungsvorschriften geben. 

Um sinnvolle Maßnahmen  in der Einrichtung treffen zu können, müssen die Ursachen im Vorfeld analysiert werden.

Die Unfallkasse Berlin hat dies für die bei ihr versicherten Krankenhäuser getan.
Hier einige Ergebnisse daraus:

Ziel der Analyse 

  • Ursachen identifizieren, 
  • Bereiche mit besonderen Gefährdungen definieren
  • Arbeitsmittel ermitteln, bei deren Benutzung es gehäuft zu Unfällen kommt
  • Kosten beziffern, die der Unfallkasse Berlin für diese Unfälle entstanden

Allgemeines

  • Der Jahrgang 2001 wurde ausgewählt, um überwiegend abgeschlossene Fälle einschließlich deren Kosten analysieren zu können.
  • Ausgewertet wurden die Arbeitsunfälle der ca. 35 000 Beschäftigten aus den bei der Unfallkasse Berlin versicherten Krankenhäusern
  • 40,2% dieser Arbeitsunfälle waren Schnitt- und Stichverletzungen.
  • Infektionserkrankungen stellen in dieser Beschäftigtengruppe nach den Hauterkrankungen die am häufigsten angezeigten Berufskrankheiten dar.
  • Von den 909 Unfällen mit Schnitt- und Stichverletzungen wurden 64% dem Arbeitgeber angezeigt. Nur für diese konnte er entsprechend seiner gesetzlichen Pflicht Gegenmaßnahmen einleiten.

Infektionsgefahr

  • Bei 7,81% der Unfälle war der Index- Patient Hepatitis C positiv und in 2,42% HIV positiv. Die Zahl erscheint gering. Dabei ist zu berücksichtigen, das in 17,38% kein Index Patient ermittelt werden konnte und in 67,22% kein Status erhoben wurde bzw. erhoben werden konnte.
  • Keiner der ausgewerteten Unfälle führte zu einer Infektionserkrankung.Die in unseren Unternehmen gute betriebsärztliche Versorgung einschließlich  der Immunisierungsmaßnahmen gegen Hepatitis B und die nach einer Schnitt- oder Stichverletzung eingeleiteten Sofortmaßnahmen halfen Erkrankungen zu verhindern.
  • Von den 2001  bei der Unfallkasse angezeigten Infektionserkrankungen konnten keine auf ärztlich sofort versorgte Schnitt- und Stichverletzungen zurückgeführt werden.

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Prophylaxe bei Schnitt- und Stichverletzungen