Arbeiten im eigenen Zuhause

Aufgrund der aktuellen Corona-Pandemie ermöglichen viele Arbeitgeber ihren Beschäftigten, von zuhause aus zu arbeiten. Aber was ist, wenn im häuslichen Umfeld ein Unfall passiert? Wann ist es ein Arbeitsunfall und wann nicht? Wie sieht eine gute Arbeitsumgebung aus? Und wie können Führungskräfte ihren Beschäftigten im Homeoffice den Rücken stärken?

Hinweise und Empfehlungen für Beschäftigte und Führungskräfte

Grundsätzlich gilt: Ein Unfall infolge einer versicherten Tätigkeit ist ein Arbeitsunfall und steht damit unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Maßgeblich ist dabei nicht unbedingt der Ort der Tätigkeit, sondern die Frage, ob die Tätigkeit in einem engen Zusammenhang mit den beruflichen Aufgaben steht – das Bundessozialgericht spricht hier von der Handlungstendenz. Das heißt zum Beispiel: Fällt eine Versicherte die Treppe hinunter und verletzt sich dabei, weil sie im Erdgeschoss die unterbrochene Internetverbindung überprüfen will, die sie für die dienstliche Kommunikation benötigt, wäre dieser Unfall versichert. Fällt sie hingegen die Treppe hinunter, weil sie eine private Paketsendung entgegennehmen will, wäre dies nicht versichert. Denn eigenwirtschaftliche -  das heißt private - Tätigkeiten sind auch im Büro grundsätzlich nicht gesetzlich unfallversichert.

Die Abgrenzung zwischen versicherter und unversicherter Tätigkeit ist gerade im Homeoffice nicht ganz einfach. Es stellt sich zum Beispiel die Frage, welche Wege im Homeoffice versichert sind. Einige Urteile des Bundessozialgerichtes hat es dazu schon gegeben. So gelten die Wege zur Toilette oder zur Nahrungsaufnahme in der Küche als eigenwirtschaftliche Tätigkeiten und sind damit im Homeoffice nicht versichert.

Was Unternehmen und Beschäftigte tun können, um die Arbeit im Homeoffice sicher und gesund zu gestalten, dazu gibt die gesetzliche Unfallversicherung Tipps unter: https://www.dguv.de/de/mediencenter/pm/pressemitteilung_385472.jsp

Die "Telko" ist derzeit für viele ein beliebtes Mittel, um sich trotz Homeoffice mit Externen oder im Team zu besprechen. Damit das möglichst problemlos abläuft, hat die Kampagne kommmitmensch der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen Tipps zusammengestellt.

Innerhalb kürzester Zeit ist das Homeoffice für viele Beschäftigte Realität geworden. Meist von null auf hundert – ohne Vorbereitungszeit und ohne im Vorfeld verlässliche Prozesse festlegen zu können. Wichtige Besprechungen laufen jetzt per Telefonkonferenz, oftmals mehrere am Tag. Damit dies möglichst problemlos abläuft, bietet die Kampagne "kommmitmensch" der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen die wichtigsten Tipps für eine entspannte Telefonkonferenz.

Gute Vorbereitung, keine Tippgeräusche und direkte Ansprache

Grundsätzlich sollten Zeit, Agenda und Einwahldaten allen Teilnehmenden rechtzeitig via E-Mail oder Kalendereintrag mitgeteilt werden. Teilnehmende der Telefonkonferenz sind pünktlich und wählen sich zwei bis drei Minuten vor dem vereinbarten Termin ein. Notizen sind eine wichtige Gedankenstütze – doch Tippgeräusche können stören. Das kann vermieden werden, indem das Mikrofon stumm geschaltet wird. Auch sollten alle beachten: In einer Telefonkonferenz ist kein Blickkontakt möglich. Personen, die direkt angesprochen werden, müssen also beim Namen genannt werden.

Keine Störgeräusche zur guten Verständigung

Ein ruhiges Umfeld macht die notwendige Konzentration deutlich leichter und andere Teilnehmende werden durch Hintergrundgeräusche nicht abgelenkt. Es ist also wichtig, sich in einen ruhigen Raum mit Schreibtisch zurückzuziehen – nach Möglichkeit auch ohne Haustiere im Raum – und bei Störgeräuschen das Mikrofon stumm zu schalten.

Die Herausforderung: Eine Telefonkonferenz mit Kindern im Haus

Eine besondere Herausforderung ist das Homeoffice für alle, die nun mit ihren Kindern zu Hause sind. Vor allem gilt es hier, nicht ungeduldig zu werden: Gerade für Kinder ist dies eine ganz neue Situation und für sie ist es noch schwieriger, sich darauf einzustellen, als für Erwachsene. Was Kinder ab einem bestimmten Alter aber durchaus verstehen: Trotz Anwesenheit ist keine dauerhafte Verfügbarkeit gegeben und für die Arbeit wird Ruhe benötigt. Dabei hilft, Zeiten zu vereinbaren, an denen Eltern für ihre Kinder "ansprechbar" sind.

Moderation – das Augenpaar der Konferenz

In einem Präsenzmeeting können alle Teilnehmenden sehen, wer anwesend ist und wer gerade spricht. In der Telefonkonferenz sind die Moderatorin oder der Moderator das "Augenpaar" für alle Teilnehmenden. Aufgabe ist es, die fehlenden visuellen Informationen für die Runde hörbar zu machen.

Zum Umgang mit der Technik

Keine falsche Scheu: Teilnehmende können andere darauf hinweisen, wenn sie schlecht zu verstehen sind. Sind einzelne besonders laut und stechen hervor, benutzen sie womöglich ein Headset. Abhilfe schafft eine größere Entfernung des Mikrofons zum Mund. Bei kurzer Abwesenheit empfiehlt es sich, nicht auf "on Hold" zu schalten – dadurch kann die ganze Telefonkonferenz durch Warteschleifenmusik oder eine nervige Ansage gestört werden.

Wenn das Konferenzsystem die Möglichkeit bietet, parallel einen schriftlichen Nachrichtenaustausch oder Chat durchzuführen, können Wortmeldungen auch auf diesem Wege erfolgen. Unterbrechungen werden so minimiert.

Mehr Tipps für eine entspannte Telefonkonferenz finden Interessierte unter www.kommmitmensch.de.

Für Eltern, die ihre Kinder zu Hause betreuen und parallel dazu im Homeoffice arbeiten, gibt die Aktion Das sichere Haus Empfehlungen, wie sie die Doppelbelastung möglichst sicher und gesund bewältigen können:

  • Versuchen Sie einen festen Zeitraum zu definieren, an dem Sie im Home-Office arbeiten. Besprechen Sie vorher mit Ihrem Arbeitgeber, ob Sie einige Arbeiten zum Beispiel auch am Abend erledigen können, wenn die Kinder im Bett sind.
  • Falls Sie im Homeoffice kein eigenes Büro zur Verfügung haben, richten Sie eine „Bannmeile" ein. Das signalisiert anderen: "Bitte nicht stören, hier wird gearbeitet." Als Barriere eignen sich zum Beispiel Klebeband oder Kissen auf dem Fußboden.
  • Falls Sie zu zweit im Homeoffice sind, definieren Sie klare Zeiten für die jeweilige Kinderbetreuung. Bei schönem Wetter: Draußen spazierengehen mit Kindern ist noch möglich. Bei schlechtem Wetter: eine Broschüre der Aktion Das sichere Haus bietet Spieleideen für drinnen: https://das-sichere-haus.de/broschueren/sicher-gross-werden.

Stress und Hektik begünstigen Stürze – die häufigste Unfallursache im Homeoffice.

  • Achten Sie darauf, dass Kabel von PC, Laptop und Drucker so verstaut sind, dass Sie nicht darüber fallen oder sich einfädeln können. Kleben Sie lose Kabel mit breitem Klebeband auf dem Fußboden fest.
  • Herumliegendes Spielzeug wird schnell zu Stolperfalle. Halten Sie Ihre Kinder dazu an, möglichst nur im eigenen Zimmer zu spielen.
  • Beenden Sie Ihre Arbeit im Homeoffice, wenn Sie kochen wollen und kleine Kinder im Haushalt leben. Heiße Speisen, die unbeaufsichtigt auf dem Herd stehen, sind eine ernst zu nehmende Gefahrenquelle.
  • Legen Sie genügend Pausen mit Dehn- und Streckübungen ein. Improvisierte Homeoffice Plätze sind oft ergonomisch nicht optimal. Das führt schnell zu Schulter- und Nackenschmerzen.

So funktioniert gesundes Homeoffice

  • Von der optimalen Sitzposition über den angemessenen Abstand zum Bildschirm bis zur richtigen Atmosphäre – beim Homeoffice gibt es Einiges zu beachten. Wie das Arbeiten in den eigenen vier Wänden bestmöglich gestaltet werden kann, erklären der zweiminütige Kurzfilm von Certo, dem Magazin für Sicherheit und Gesundheit der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft.
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  • Die Informationen gibt es auch als Text inklusive Poster zum kostenlosen Herunterladen.
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Rückenübungen fürs Homeoffice – jetzt zum Download

  • Gerade im Homeoffice wichtig: Ein Ausgleich bei der Arbeit. Die Kampagne kommmitmensch bietet ein Plakat mit Übungen für den Rücken, die sowohl im Sitzen als auch im Stehen ausgeführt werden können.
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  • Wie der Arbeitsplatz im eigenen Zuhause gestaltet sein sollte und welche Pflichten der Arbeitgeber hat, erläutert die Fachbereich Aktuell.
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  • ​​​​​​​Wie Führungskräfte ihren Beschäftigten im Homeoffice den Rücken stärken können, erklärt das Fachmagazin topeins.
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  • Wie Führungskräfte mobiles Arbeiten für den Betrieb erfolgreich gestalten können, zeigt das Magazin topeins.
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