Erhöhte Spielebenen in Kindertageseinrichtungen

Schon damals zu unserer Kinderzeit war es beliebt: Wir haben „Familie“ gespielt und uns ein Haus gebaut. Auch bei den Kindern von heute kommt das Spiel immer noch gut an. Und was die Kids dabei besonders lieben, sind erhöhte Spielebenen, die Rückzugsgebiete sind. 
Viele Kindereinrichtungen haben solche erhöhten Spielebenen schon gebaut. Andere wiederum planen noch.

Wie sollten Sie bei einer Planung vorgehen?

  1. Beauftragen Sie mit der Planung und Erstellung der erhöhten Spielebene Fachleute, z.B. Architekten, Ingenieure, Meister, Handwerker. Das können auch Fachleute unter den Eltern sein.
  2. Beachten Sie die unten stehenden Sicherheitshinweise der Unfallkasse Berlin und arbeiten Sie sie in ihre Planung ein.
  3. Besonders sinnvoll: Erstellen Sie eine technische Zeichnung oder eine Skizze und schicken Sie sie zur Begutachtung an uns und bauen Sie erst nach unserer Rückmeldung
  4. Auf Wunsch nehmen wir die Ebene während der Endbauphase in Augenschein, denn dann können Sie noch eventuell erforderliche Korrekturen vornehmen.

Allgemeine Sicherheitshinweise

  • Statik
    Die erhöhte Spielebene ist so zu konstruieren, dass sie eine Belastung von mind. 150 Kg/qm (Richtmaß) tragen kann. 
  • Verbindungselemente
    Als Verbindungselemente sind Schrauben und keine Nägel zu nehmen.
    Die Schraubenenden hinter der Sechskantmutter sind mit Hutmuttern abzudecken.
  • Ecken und Kanten runden
    Alle Ecken und Kanten sind mindestens mit einem Radius von 2 mm abzurunden.
  • Sicherer Aufstieg
    Für den Aufstieg eignet sich am besten eine Treppe, wenn ausreichender Platz im Raum vorhanden ist. Die Treppe ist beidseits mit Kinderhandläufen auszurüsten. Sie sollte einen normalen Aufstieg bieten. Hierzu ist eine Auftrittstiefe von mind.26 cm nötig. Die Steigung sollte maximal 19 cm (besser 14 cm) betragen. Bei einer steileren Treppe oder Leiter ist ein Fallschutzbelag im Sicherheitsbereich der Treppe oder Leiter nötig. 
    Auf dem Podest ist im Einstiegsbereich, in der Höhe der Absturzsicherung, ein Querriegel anzubringen, damit kein Kind heruntergeschubst werden kann oder z.B. beim Rückwärtslaufen herunterfällt. 
  • Fallschutz
    Um insbesondere Kopfverletzungen zu vermeiden, ist ein Fallschutzbelag für die maximal mögliche Fallhöhe auszuwählen (Fragen Sie den Hersteller, ob der HIC-Wert nach DIN EN 1177 von höchstens 1000 eingehalten wird).
  • Einzugsstellen für Kopf und Hals vermeiden
    Öffnungen dürfen vorhanden sein, aber: Öffnungen mit Weiten zwischen 11 und 23 cm, die sich höher als 60 cm über dem Boden befinden, müssen vermieden werden. Strangulationsgefahr!
    Diese Maße müssen auch bei Treppen, Leitern und Umwehrungen eingehalten werden.
    Im Krippenbereich (mit 0 - dreijährigen Kindern) sind Öffnungen mit Maßen zwischen 8,9 cm und 23 cm tabu.
  • Absturzsicherungen
    Absturzsicherungen müssen mindestens ein Meter hoch sein. Für die Füllung der Umwehrungen müssen senkrechte Stäbe installiert werden. So wird kein Leitereffekt erzeugt und der Aufenthaltsbereich unmittelbar hinter der Absturzsicherung kann eingesehen werden. Die oben genannten Maße sind auch hierbei zu beachten. Das unbeabsichtigte Herunterfallen von Gegenständen aus dem Fußbereich ist durch Installation mit einer 2 cm hohen Fußleiste zu verhindern.
    Eine geschlossene Brüstung ist zu vermeiden. Sollte dennoch eine geschlossene Brüstung für den Rückzug der Kinder gewünscht sein, so ist sie bis an die Decke zu ziehen.
  • Kopffreiheit
    Die lichte Höhe auf der erhöhten Spielebene sollte mindestens 1,35 m betragen. So werden Anstoßstellen für den Kopf vermieden, Maßnahmen zur Ersten Hilfe können unkompliziert eingeleitet und Evakuierungsmaßnahmen durchgeführt werden.