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Zeckenstich in der Kita: Was Leitung und Team wissen sollten

Ob Ausflüge, Picknick oder Spiele im Außenbereich: Ein Großteil der Kita-Aktivitäten findet draußen statt. Doch im Freien sind mittlerweile ganzjährig auch Zecken aktiv. Wie schützt man Kita-Kinder wirksam vor Zecken und was sollten pädagogische Fachkräfte nach einem Zeckenstich unbedingt beachten?

Auf einen Blick

  • Nicht die Zecke an sich ist gefährlich, sondern die Krankheiten, die durch den Stich übertragen werden können: Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
  • Eine enge Abstimmung mit den Eltern, schützende Kleidung, ein durchdacht gestaltetes Kita-Außengelände und Hautkontrollen nach Aufenthalten im Freien können Zeckenstiche und Folge-Erkrankungen vermeiden.
  • Eine vorherige schriftliche Einwilligung der Eltern zur Zeckenentfernung ermöglicht dem Kita-Team im Bedarfsfall sofortiges und rechtssicheres Handeln.

Was macht Zecken so gefährlich? Welche Krankheiten werden durch Zecken übertragen?

Nicht das Tier oder der Stich an sich sind gefährlich, sondern die Krankheiten, die durch den Zeckenstich übertragen werden können: Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis.

Borreliose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, auf die eine sich langsam ausbreitende Hautrötung (Wanderröte) rund um die Einstichstelle hinweisen kann. Bleibt die Borreliose unbehandelt, kann sie zu Infektionen an Gelenken, Nerven oder dem Herz führen. Eine zugelassene Schutzimpfung gibt es noch nicht. Umso wichtiger sind präventive Schutzmaßnahmen gegen Zeckenstiche.

FSME ist eine virale Infektionskrankheit, die zu Entzündungen des zentralen Nervensystems führen kann. Sie verläuft sehr unterschiedlich – von milden Symptomen bis hin zu schweren Krankheitsverläufen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt allen Personen, die in Risikogebieten leben oder dorthin reisen wollen und sich viel in der Natur aufhalten, die FSME-Schutzimpfung.

Wie schützt man Kinder vor Zeckenstichen?

Zecken sitzen meist im hohen Gras oder im Laub sowie im Unterholz, in Büschen und Sträuchern. Halten sich Kinder beim Spielen im Freien oder bei Ausflügen auf Wiesen mit hohem Gras, im Gebüsch oder an Waldrändern auf, steigt also die Gefahr von Zeckenstichen.

Beim Spielen oder Vorbeigehen werden die Zecken unbemerkt abgestreift und gelangen so auf die Haut der Kinder. Ein Zeckenstich ist meist schmerzlos und bleibt daher häufig zunächst unbemerkt.

Zeckenstich-Prävention: Welche Maßnahmen schützen Kinder im Kita-Alltag?

Vor allem, da es gegen die von Zecken übertragbare Borreliose noch keine Schutzimpfung gibt, ist Prävention im Umgang mit Zecken besonders wichtig.

Diese Maßnahmen können Kita-Kinder vor Zeckenstichen schützen:

Eltern sollten von der Kita-Leitung und dem pädagogischen Personal regelmäßig über die Risiken von Zeckenstichen und die passenden Präventionsmaßnahmen informiert werden. Die Anwendung von zeckenabweisenden Mitteln liegt dabei grundsätzlich in der Verantwortung der Eltern und sollte in der Kita nur mit ausdrücklicher Einwilligung erfolgen.

Langärmelige Oberteile, lange und an den Knöcheln enganliegende Hosen sowie geschlossene Schuhe können vor einem Zeckenstich schützen. Auf heller Kleidung können Zeckentiere leichter entdeckt werden.

Die Rasenflächen im Außenbereich der Kita sollten regelmäßig gemäht und möglichst flach gehalten werden. Kinder sollten sich nicht im hohen Gras, im Gebüsch oder in dichtem Unterholz aufhalten.

Nach Ausflügen und Aufenthalten im Freien sollte die Haut der Kinder auf Zecken untersucht werden.

Wohin stechen Zecken häufig?

Grundsätzlich kann ein Zeckenstich an allen Körperteilen vorkommen. Zecken bevorzugen jedoch weiche, gut durchblutete und dünne Hautstellen.

Besonders häufig stechen Zecken an diesen Körperstellen zu:

  • hinter den Ohren
  • im Hals- und Nackenbereich
  • im Achselbereich
  • in den Kniekehlen
  • in der Leistenregion

Ein Kind wurde in der Kita von einer Zecke gestochen – was ist zu beachten?

Alle Erzieherinnen und Erzieher sollten wissen, wie sie einem Kind im Falle eines Zeckenstichs richtig helfen. Wichtig: Kindertagesstätten sollten hierzu ein einheitliches Vorgehen festlegen. Dazu gehören die Dokumentation des Umgangs mit Zeckenstichen und die Abstimmung mit den Erziehungsberechtigten.

Nach einem Zeckenstich: Was muss das Kita-Team grundsätzlich beachten?

Das Entfernen einer Zecke stellt einen Eingriff am Körper des Kindes dar. Deshalb ist hierfür eine vorherige schriftliche Einwilligung der Eltern erforderlich. Ohne diese Einwilligung besteht für Erzieherinnen und Erzieher keine rechtliche Handlungssicherheit, wenn sie eine Zecke entfernen.

Können Eltern dem Kita-Team das Zeckenentfernen erlauben?

Mit einer schriftlichen Einwilligung können Eltern dem Kita-Team das sachgerechte Entfernen von Zeckentieren erlauben. Für die anschließende Hautdesinfektion sind gegebenenfalls Allergien zu berücksichtigen. Die Einwilligung können Kindertageseinrichtungen direkt in ihre Anmeldeunterlagen aufnehmen – so besteht im Bedarfsfall sofortige Handlungssicherheit.

Schritt-für-Schritt-Anleitung: Was ist nach einem Zeckenstich zu tun?

So können Erzieherinnen und Erzieher vorgehen, wenn sie bei einem Kita-Kind einen Zeckenstich entdecken:

Beruhigen und Einwilligung der Eltern prüfen

Beruhigen Sie das Kind und bewahren Sie selbst auch Ruhe. Prüfen Sie, ob die Einwilligung der Eltern zur Entfernung von Zeckentieren vorliegt.

  • Liegt keine Einwilligung zur Zeckenentfernung vor, müssen die Eltern umgehend informiert werden, damit sie selbst das Entfernen der Zecke vornehmen oder veranlassen können. Wenn die Erziehungsberechtigten nicht erreichbar sind, sollte zum Wohle des Kindes gehandelt werden, zum Beispiel durch eine Vorstellung beim Arzt.
  • Liegt Ihnen die Einwilligung der Eltern vor, entfernen Sie die Zecke sachgerecht.

Zecke entfernen

  • Verwenden Sie eine Zeckenkarte oder Zeckenzange.
  • Fassen Sie die Zecke möglichst nah an der Haut des Kindes und ziehen Sie die Zecke langsam und gerade heraus. Achten Sie darauf, dass Sie die Zecke dabei nicht drehen oder quetschen.
  • Desinfizieren Sie die Stichstelle. Beachten Sie dabei gegebenenfalls Allergien des Kindes.

Maßnahme dokumentieren

Das Entfernen einer Zecke gilt als Erste-Hilfe-Maßnahme und ist im Meldeblock oder auf dem Dokumentationsbogen zur Dokumentation von Erste-Hilfe-Leistungen einzutragen.

Eltern informieren

Informieren Sie die Eltern über den Zeckenstich und das erfolgte Entfernen der Zecke. Besprechen Sie mit den Eltern, worauf nach einem Zeckenstich zu achten ist. Bei Auffäl­lig­keiten wie Fieber, Hautrötungen oder grippeähnlichen Symptomen sollte den Eltern empfohlen werden, ärztlichen Rat einzu­holen.

Weitere Informationen zu Zecken und Zeckenstichen